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Mistel und Misteltherapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. April 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) als Heilpflanze zu verwenden hat in Europa eine lange Tradition. In Deutschland kommen Arzneimittel auf Basis von Misteln hauptsächlich gegen leichte Herz-Kreislauf-Beschwerden und als ergänzende Krebsbehandlung zum Einsatz: In deutschsprachigen Ländern ist die Misteltherapie bei Krebs das am häufigsten eingesetzte Verfahren der sogenannten Komplementär- und Alternativmedizin.

Die Weißbeerige Mistel ist ein kugelförmiger Strauch, der als Halbparasit auf verschiedenen Bäumen wächst, denen er Wasser und Nährstoffe entzieht. Die Pflanze besitzt gabelige Zweige und einfache, gelbgrüne, zungenförmige, lederartige Blätter. Die Früchte der Mistel sind weiß, etwa erbsengroß und erinnern an Beeren. Vögel – vor allem Drosseln – fressen die reifen Früchte und helfen so, die Misteln zu verbreiten: Die unverdaulichen, von einem klebrigen Schleim umgebenen Samen gelangen aus dem Vogeldarm auf die Äste von Wirtsbäumen und keimen dort aus.

Daraus erklärt sich auch der Name der Mistel: Dieser stammt vom Althochdeutschen mistil und steht im Zusammenhang mit dem Wort Mist, da der Samen der Misteln durch Vogelmist auf die Wirtsbäume gelangt.

Im Volksmund ist die Mistel auch unter anderen Namen wie Donnerbesen, Kreuzholz, Hexenbesen, Hexenkraut, Vogelkraut, Immergrün, Wintergrün, Heil aller Schäden oder Alpranke bekannt. Ihre traditionelle Verwendung als Heilpflanze verdankt die Mistel wahrscheinlich ihrem Gehalt an mehreren biologisch aktiven Substanzen. Wie hoch deren Konzentration in einem Mistel-Extrakt ist, hängt ab von der Erntezeit und der Verarbeitungsweise des Mistelextrakts – und vom Wirtsbaum: Darum unterscheidet man bei der Misteltherapie auch zwischen Präparaten von Apfelbaum, Eiche, Kiefer, Tanne, Pappel, Ulme und so weiter.

Daneben unterscheiden sich die Mistel-Präparate in ihrer Darreichungsform: Gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden stehen feste und flüssige Einzel- oder Kombinationspräparate zur Verfügung, die über den Mund einzunehmen sind. Zur Misteltherapie bei Krebs kommen hingegen nur flüssige Mistel-Produkte zum Einsatz, die man per Spritze verabreicht.


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