Mistel und Misteltherapie: Inhaltsstoffe und Wirkung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. April 2014)

In der Mistel sind verschiedene biologisch aktive Inhaltsstoffe nachweisbar, die in der Misteltherapie eine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten sollen: So finden sich in Misteln unter anderem bestimmte Glykoproteine beziehungsweise an Zucker gebundene Eiweiße (sog. Lektine), Polypeptide und Eiweiße (u.a. Viscotoxine), Phenylpropanverbindungen und Lignane, Kaffeesäure-Abkömmlinge, Flavonoide, biogene Amine (z.B. Tyramin) und Polysaccharide.

Allerdings sind die in einem Mistel-Extrakt enthaltenen Inhaltsstoffe und deren Konzentration unterschiedlich: Entscheidend hierfür ist, auf welcher Art Baum die Misteln wachsen, wann man sie erntet und wie man sie verarbeitet. Als medizinisch bedeutsam gelten vor allem die in der Mistel enthaltenen Lektine und Viscotoxine: Die Befürworter der Misteltherapie sprechen ihnen eine zellzerstörende (d.h. zytotoxische) und eine das Immunsystem beeinflussende (d.h. immunmodulierende) Wirkung zu.

So sollen Mistel-Extrakte beispielsweise sowohl in Tumorzellen als auch in normalen Zellen einen gesteuerten Zelltod (sog. Apoptose) auslösen können. Vor allem den Mistel-Lektinen spricht man diese Wirkung zu. Tumorzellen, die sich schneller vermehren als gesunde Körperzellen, reagieren besonders empfindlich auf die Mistel-Lektine. Außerdem sollen in eine Zelle gespritzte Inhaltsstoffe der Mistel bewirken können, dass diese bestimmte Botenstoffe (sog. Zytokine) freisetzt – was normalerweise im Rahmen von Immunreaktionen passiert.

Darüber hinaus soll die Mistel eine blutdrucksenkende Wirkung haben und sich auch positiv auf begleitende Symptome von Bluthochdruck auswirken. Allerdings ist die Wirksamkeit der Misteltherapie wissenschaftlich nicht hinreichend belegt.