Mistel und Misteltherapie: Dosierung und Anwendung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. April 2014)

Bei Mistel-Präparaten sind Darreichungsform und Dosierung abhängig vom Grund ihrer Anwendung: Gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden stehen Arzneimittel auf Basis von Misteln in fester und flüssiger Form zur Verfügung, die über den Mund (oral) einzunehmen sind. Zur Herstellung der Arzneimittel können ausgepresster Saft, Ethanolextrakte, Weinextrakte, wässrige Extrakte, Tinkturen oder Trockenextrakte aus Misteln zum Einsatz kommen. In Deutschland sind zur Misteltherapie bei Herz-Kreislauf-Beschwerden über 70 zugelassene Kombinationspräparate in verschiedenen Verabreichungsformen sowie ein paar Monopräparate erhältlich.

Mistel-Präparate zur unterstützenden Therapie bei Krebs und zur Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen stehen hingegen nur in flüssiger Form zur Verfügung, die man per Spritze (Injektion) verabreicht. Auch hier variieren die Herstellungsverfahren der Arzneimittel: Als Mistel-Präparate bei Krebs kommen sowohl fermentierte als auch unfermentierte wässrige Extrakte aus den Blättern, Stängeln, Blüten, Senkwurzeln und Früchten der Mistel zur Anwendung. Dabei unterscheidet man außerdem, von welchem Wirtsbaum die Misteln stammen – ob von Apfel (Malus), Eiche (Quercus), Kiefer (Pinus), Tanne (Abies), Ulme (Ulmus), Ahorn (Acer), Mandel (Amygdalus), Birke (Betula), Weißdorn (Crataegus) oder Esche (Fraxinus). In Deutschland sind zur Misteltherapie bei Krebs etwa 170 Mittel mit nur einem einzelnen aktiven Inhaltsstoff zugelassen, die man unter die Haut (subkutan) spritzt. Bei allen Mistel-Präparaten zur begleitenden Krebsbehandlung ist eine individuelle Dosierung üblich.