Medikamentenpumpen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (26. März 2013)

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Medikamentenpumpen sind Hilfsmittel bei einer medikamentösen Therapie. Sie werden in oder am Körper getragen und geben kontinuierlich oder in regelmäßigen Abständen einen Wirkstoff ab.

Eine Medikamentenpumpe wird vor allem bei der Schmerztherapie eingesetzt. Menschen, die besonders starke Schmerzen haben, zum Beispiel direkt nach einer Operation oder durch bestimmte Krebserkrankungen, benötigen eine intensive und zuverlässige Schmerztherapie. Oft hilft hier eine kontinuierliche Gabe von Schmerzmitteln direkt ins Blut oder in die Hirnflüssigkeit (Liquor) mithilfe von Medikamentenpumpen (Schmerzmittelpumpen). Wenn der Patient die Medikamentenabgabe in Grenzen selbst seinem Bedarf anpassen kann, spricht man von patientengesteuerter Schmerztherapie (PCA). Auch bei Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") können Medikamentenpumpen sinnvoll sein. Diese geben dann das blutzuckersenkende Hormon Insulin ab.

Medikamentenpumpen gewährleisten eine konstante Wirkstoffmenge im Blut (Medikamentenspiegel). Nehmen Patienten Arzneimittel in Form von Tabletten ein, schwankt der Medikamentenspiegel im Blut. Dafür sind verschiedene Störfaktoren verantwortlich. So beeinflussen der Füllungszustand oder der Säuregehalt des Magens sowie bestimmte Speisen die Aufnahme des Wirkstoffs.

Außerdem baut die Leber über den Mund (oral) aufgenommene Medikamente teilweise ab, bevor sie sich im Organismus verteilen können (sog. First-pass-Effekt). Mit der direkten Gabe eines Medikaments über eine Vene oder in die Hirnflüssigkeit lassen sich diese Nachteile vermeiden.

Um eine kontinuierliche Medikamentenmenge im Blut aufrecht zu erhalten, bedient man sich einer Infusionspumpe. Diese befördert innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls eine vorherbestimmte Wirkstoffmenge in den Blutkreislauf. Diese Geräte sind oft sehr groß, schwer und kabelgebunden, sodass sie sich nur für den ortsgebundenen Einsatz innerhalb eines Krankenhauses eignen.

Durch Fortschritte in der Mikromechanik und der Mikroelektronik ist es gelungen, Infusionspumpen so stark zu verkleinern, dass der Patient sie ohne Belastung mit sich führen kann. Es gibt sowohl tragbare Medikamentenpumpen (externe Medikamentenpumpe) als auch unter die Bauchdecke oder am Oberarm einpflanzbare Systeme.

Für den Träger haben in den Körper einpflanzbare (implantierbare) Medikamentenpumpen, ähnlich wie etwa implantierbare Herzschrittmacher, einige Vorteile gegenüber den tragbaren (externen) Systemen. Zum Beispiel entfallen mitzuführende Geräte und außerhalb des Körpers befindliche Kunststoffschläuche (externes Kathetersystem).

Es gibt jedoch auch Nachteile bei einpflanzbaren Pumpsystemen. Die implantierten Medikamentenpumpen müssen regelmäßig gewartet und oft nach einigen Jahren ausgetauscht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass ein Blutgerinnsel (Thrombus) das Beförderungssystem (Kathetersytem) verstopft. Darüber hinaus löst die implantierte Medikamentenpumpe manchmal ein verstärktes Bindegewebswachstum aus. Dadurch kann das offene Ende des Pumpsystems zuwachsen.

Auch bei der Aufbereitung der Arzneimittel (Galenik) für die Medikamentenpumpen ist es wichtig, bestimmte Gesichtspunkte zu berücksichtigen. So ist es erforderlich, dass eine konzentrierte Wirkstofflösung unter den Bedingungen der Körperwärme lange stabil bleibt und das Infusionssystem nicht verstopft.