Mammographie: Mikrokalk in der Brust

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. November 2013)

Der sogenannte Mikrokalk stellt einen der beiden Typen von Verkalkungen dar, die in der Brust vorkommen können. Die andere Form heißt Makrokalk. Entscheidend für die Abgrenzung ist die Größe der Partikel: Kalkpartikel in einer Größe unter 0,5 Millimetern zählen zum Mikrokalk.

Es gibt zudem einen deutlichen Unterschied, was die Bedeutung von Makro- oder Mikrokalk in der Brust betrifft: In aller Regel stellen Makroverkalkungen gutartige Befunde dar, während Mikrokalk sowohl bei gutartigen wie auch bösartigen Veränderungen der Brust vorkommt.

Findet sich mittels Mammographie Mikrokalk in der Brust, schätzt der Arzt vor allem anhand zweier Kriterien ab, ob der Mikrokalk eher durch eine gutartige oder eine bösartige Erkrankung entstanden ist:

  • die Form der Kalkpartikel (z.B. rundlich und punktförmig, körnchenförmig und ungleichmäßig, vielgestaltig (pleomorph), linear-verästelt)
  • das Verteilungsmuster (diffus verteilt, regional, gruppiert, linear und segmental)

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Mikrokalk durch eine bösartige (maligne) Veränderung entstanden ist, erhöht sich, wenn die Form der Verkalkungen eher vielgestaltig oder linear-verästelt ist und wenn sich der Mikrokalk gruppiert, linear oder segmental verteilt. Letztlich kann nur die feingewebliche Untersuchung (Histologie) einer Gewebeprobe (Biopsie) Klarheit bringen, ob tatsächlich ein bösartiger Befund vorliegt.

Beispiele für Befunde, bei denen der Mikrokalk in der Brust meist gutartig ist:

  • punktförmige Verkalkungen in diffuser Anordnung,
  • einzeln oder diffus im Gewebe verteilte Kalkpartikel mit gleichem Aussehen

Außer diesen Merkmalen des Mikrokalks bewertet der Arzt stets auch, wie das übrige und das die Verkalkungen umgebende Brustgewebe aussieht, und bezieht dies mit ein.

Zeigt die Mammographie auffälligen Mikrokalk, kommt – je nachdem, wie wahrscheinlich ein bösartiger Befund ist – eine Gewebeentnahme mittels sogenannter stereotaktischer Vakuumbiopsie infrage oder eine Kontrollmammographie nach 6 Monaten.