Mammographie: Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. November 2013)

Die Mammographie hilft dabei, möglichst frühzeitig zu erkennen, ob eine Frau Brustkrebs hat oder nicht. Denn sie kann wichtige Hinweise auf Veränderungen der Brust liefern, die sich dann durch weitere Methoden wie eine Gewebeentnahme genauer untersuchen lassen. Zusammengefasst eignet sie sich für folgende Fälle:

  • Brustkrebs bei Risikopatientinnen frühzeitig erkennen (meist einmal pro Jahr sowie zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr einmalige sog. Basismammographie)
  • Abklärung auffälliger Befunde (umgehend oder zeitnah)
  • Nachsorge bei Frauen mit der Diagnose Brustkrebs (unterschiedlich, meist halbjährlich für gewissen Zeitraum)
  • als Screening-Maßnahme für Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms (in der Regel alle 2 Jahre)

Risikopatientinnen

Zur Risikogruppe zählen Frauen, in deren Familie bereits Brustkrebs auftrat. Dies gilt vor allem, wenn die Mutter oder Schwester betroffen waren. In solchen Fällen spielen mitunter die Gene eine Rolle: Es gibt zwei sogenannte Tumorgene, BRCA-1 und BRCA-2. Sie stehen ursächlich mit Brustkrebs in Verbindung. BRCA steht für Breast Cancer (engl. Brustkrebs). Frauen, bei denen in einem dieser Gene eine Erbgutveränderung (Mutation) vorliegt, haben ein stark erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Ein Gentest kann ermitteln, ob eine solche Mutation besteht.

Der Test empfiehlt sich unter anderem für Frauen, deren Verwandte ersten Grades im Alter unter 30 Jahren auf einer Seite Brustkrebs oder im Alter unter 40 Jahren auf beiden Seiten Brustkrebs hatten. Allerdings entsteht Brustkrebs nur in etwa 5 bis 10 von 100 Fällen aufgrund einer erblichen Variante.

Steht fest, dass die Gene BRCA-1 oder BRCA-2 verändert sind, gelten "strengere" Bedingungen für die Früherkennung von Brustkrebs. Neben regelmäßigen Terminen beim Frauenarzt und einer engmaschigen Selbstuntersuchung der Brust zählt die Mammographie zu den wichtigsten Maßnahmen.

Weitere Risikofaktoren für Brustkrebs sind:

  • ein höheres Lebensalter
  • eine erste Schwangerschaft im Alter von über 35 Jahren
  • eine schwere Mastopathie (eine häufige, gutartige Brusterkrankung)

Auffälliger Befund

Ärzte setzen die Mammographie zudem ein, wenn beim Abtasten der Brust (Palpation) oder beim Betrachten (Inspektion) etwas verdächtig oder unklar ist und die Ergebnisse anderer Untersuchungen (z.B. Ultraschall) die Zweifel nicht ausräumen können.

Beispiele für solche Auffälligkeiten sind:

  • Eine Frau stellt fest, dass eine Brustwarze neuerdings eingezogen ist.
  • blutige oder andersartige Absonderungen aus der Brust
  • Knoten, Dellen, Verhärtungen, Verformungen und Hautveränderungen der Brust
  • unklare Brustschmerzen, für die sich keine Ursachen finden

Nachsorge

Liegt Brustkrebs (Mammakarzinom) vor, muss auch die nicht betroffene Brust per Mammographie auf Veränderungen untersucht werden. Wurde ein Mammakarzinom therapiert, setzen Ärzte die Mammographie im Rahmen der Nachsorge ein.

Wenn die Mammographie nicht unbedingt sehr zeitnah gemacht werden muss, eignet sich die Zeit etwa zehn Tage nach Beginn der Regelblutung gut für die Röntgenaufnahme. Die Brust ist dann recht entspannt, da sie am wenigsten Flüssigkeit enthält.