Künstlicher Darmausgang: Stomabeutel & Co.

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (07. Oktober 2014)

Nach der Operation muss der Patient zunächst herausfinden, wie sein künstlicher Darmausgang (Enterostoma, Anus praeter) optimal versorgt wird. Am besten geschieht dies mithilfe eines speziell ausgebildeten Stomatherapeuten.

Die Pflege eines künstlichen Darmausgang umfasst im Wesentlichen die gründliche Reinigung der Austrittstelle sowie das Wechseln der Stomabeutel und der umgebenden Platte, welche die Haut vor dem aggressiven Stuhl schützt. Auch eine gründliche Hautpflege ist wichtig.

An der Austrittstelle des Stomas klebt eine schützende Basisplatte, an der der Auffangbeutel für den herausfließenden Stuhlgang befestigt ist. Um zu gewährleisten, dass die Vorrichtung sicher hält, kann die Platte mit einer Paste abgedichtet werden.

Im Handel gibt es ein- und zweiteilige Systeme:

  • Beim einteiligen System ist der Stomabeutel fest mit einer Hautschutzplatte verbunden, welche auf die Haut geklebt wird. Muss der Beutel gewechselt werden, wird die Schutzplatte somit ebenfalls entfernt.
  • Beim zweiteiligen System kann der Stomabeutel getrennt von der Hautschutzplatte entsorgt werden. Die Schutzplatte kann beim Wechseln des Beutels auf der Haut verbleiben und muss erst nach einigen Tagen erneuert werden.

Welche Pflegeprodukte am besten geeignet sind oder welche Stomabeutel infrage kommen, kann individuell ganz verschieden sein und muss getestet werden.

Utensilien für einen künstlichen Darmausgang: Basisplatte und Auffangbeutel. © Jupiterimages/iStockphoto

Auf die Bauchdecke wird zunächst eine Basisplatte geklebt (links im Bild), welche die Haut schützt. An der Basisplatte wird der Auffangbeutel befestigt (rechts im Bild). Es gibt auch einteilige Systeme, bei denen Basisplatte und Beutel fest miteinander verbunden sind.

Personen mit einem künstlichen Dickdarmausgang (Colostoma) haben die Möglichkeit, mithilfe einer speziellen Technik, der Irrigation, für mehrere Stunden ohne Stomabeutel auszukommen. Dabei entleeren und spülen sie den Darm, indem sie körperwarmes Wasser ins Stoma fließen lassen – ähnlich wie bei einem Einlauf. Das Wasser regt die Darmtätigkeit an, sodass sich der Darm spontan entleert. Anschließend kann man vorübergehend auf den Stomabeutel verzichten – und stattdessen das Stoma mit einer sogenannten Stomaklappe verschließen.