Künstlicher Darmausgang: Mögliche Komplikationen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (07. Oktober 2014)

Ein künstlicher Darmausgang (Enterostoma, Anus praeter) bedarf einer gründlichen Pflege. Das Risiko für Komplikationen kann so vermindert, aber nicht komplett ausgeschaltet werden.

Zu möglichen Komplikationen eines künstlichen Darmausgangs zählen etwa:

  • allergische Reaktionen an der umliegenden Haut, Kontaktekzeme
  • Entzündung der umliegenden Haut, Pilzinfektion
  • Wundheilungsstörungen
  • Heraustreten des Darmabschnitts aus dem Stoma (sog. Stomaprolaps)
  • Einziehen des freiliegenden Darmabschnitts unter die Haut (sog. Stomaretraktion)
  • Eingeweidebruch neben dem Stoma (sog. parastomale Hernie)
  • Stomablockade: Durch Verwachsungen und Verengungen (Stenosen) im Darm können sich faserhaltige Speisen festsetzen. Es kommt zu Koliken bis hin zum Darmverschluss.

Die häufigste Komplikation bei einem künstlichen Darmausgang ist die parastomale Hernie. Durch das Stoma entsteht in der Bauchwand eine Schwachstelle (Bruchpforte). Es kann sich eine beutelartige Ausstülpung in der Bauchwand bilden – der Bruchsack –, in der Teile des Darms enthalten sind. In ausgeprägten Fällen ist eine Operation erforderlich.