Künstlicher Darmausgang: Ileostoma und Colostoma

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (07. Oktober 2014)

Zu den häufigsten Formen des künstlichen Darmausgangs zählen

  • der künstliche Dickdarmausgang (Colostoma) und
  • der künstliche Dünndarmausgang (Ileostoma).

Ob ein Ileostoma oder ein Colostoma infrage kommt, richtet sich danach, welcher Darmbereich erkrankt ist.

Colostoma: Künstlicher Dickdarmausgang

Ein künstlicher Darmausgang im Bereich des Dickdarms heißt auch Colostoma oder Kolostoma (lat. Colon = Dickdarm). Das Colostoma ist – gefolgt vom Ileostoma, dem künstlichen Dünndarmausgang – die häufigste Variante des künstlichen Darmausgangs: 7 von 10 Personen, die ein Stoma tragen, haben ein Colostoma. Den dazugehörigen Eingriff nennt man Kolostomie oder Colostomie.

Ein Colostoma ist notwendig, wenn bestimmte Bereiche des Dickdarms vorübergehend oder dauerhaft stillgelegt werden müssen. Dies kann zum Beispiel bei einem Tumor im Dickdarm oder im Rahmen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa der Fall sein.

Ileostoma: Künstlicher Dünndarmausgang

Bei einem künstlichen Dünndarmausgang sprechen Ärzte von einem Ileostoma (lat. Ileum = Dünndarm). Dabei wird der Dünndarm an die Hautoberfläche geleitet. Die dafür nötige Operation heißt entsprechend Ileostomie. Das Ileostoma ist die zweithäufigste Stomaform. Es kommt zum Einsatz, wenn ein Teil des Dickdarms – oder der gesamte Dickdarm – inklusive Schließmuskel entfernt werden muss – etwa im Rahmen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn, wenn der Patient unter kaum behandelbaren Durchfällen leidet.

Bei Patienten mit Ileostoma legen die Nahrungsmittel einen kürzeren Verdauungsweg zurück – gründliches Kauen ist daher sehr wichtig. Zudem sollten Menschen mit Ileostoma auf Nahrungsmittel verzichten, die das Stoma verstopfen könnten. Hierzu zählen faserreiche Lebensmittel wie zum Beispiel Zitrusfrüchte.

Wer ein Ileostoma hat, muss besonders viel trinken. Der Grund: Der Dickdarm entzieht dem Stuhl unter anderem Wasser und führt es dem Körper später wieder zu. Wenn er nicht mehr arbeitet, geht diese Flüssigkeit verloren, sie wird über das Stoma ausgeschieden. Daher ist der Stuhlgang bei einem Ileostoma eher flüssig bis breiig und wird über den Tag verteilt abgegeben.