Künstliche Befruchtung: Risiken und Komplikationen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. November 2014)

Eine künstliche Befruchtung ist ein nicht unerheblicher Eingriff in den Körper der Frau, der – je nach angewendeter Methode – mit verschiedenen Risiken und Komplikationen verbunden sein kann. Vor allem eine Hormonbehandlung kann zu unerwünschten Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen führen, die unangenehm bis lebensbedrohlich sein können.

Ist es für die künstliche Befruchtung nötig, die Eierstöcke vorher mit Hormonen anzuregen, kann diese Hormonstimulation:

  • als Nebenwirkungen Übelkeit, Unwohlsein, Atemnot und Schmerzen hervorrufen,
  • in schweren Fällen Störungen der Blutgerinnung sowie Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) verursachen und
  • in seltenen Fällen eine schwere Überstimulation der Eierstöcke bewirken (sog. Überstimulationssyndrom, z.B. nach ICSI): Dabei vergrößern sich die Eierstöcke sehr stark und die Eibläschen bilden zu viele Hormone.

Zudem führt die künstliche Befruchtung eher zu einer Mehrlingsschwangerschaft (z.B. Zwillinge oder Drillinge), wenn die Frau vorher eine Hormontherapie bekommt. Solche Mehrlingsschwangerschaften gehen grundsätzlich mit höheren Risiken einher als einfache Schwangerschaften. Daher ist im Fall einer Überstimulation von Geschlechtsverkehr abzuraten. Bei der IVF (In-vitro-Fertilisation) ist die Chance einer Mehrlingsschwangerschaft grundsätzlich erhöht, weil der Arzt meist mehrere (bis zu drei) Embryonen in die Gebärmutter einpflanzt, um den Erfolg der künstlichen Befruchtung sicherzustellen.

Allgemein ist das Risiko einer frühen Fehlgeburt oder einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (sog. extrauterine Schwangerschaft) durch künstliche Befruchtung im Vergleich zu einer natürlichen Zeugung leicht erhöht.

Bei einer Entnahme von Eizellen für deren künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers kann es außerdem zu Komplikationen in Form von Infektionen der Eierstöcke und Eileiter kommen. Durch bei der Punktion kann der Arzt Organe wie Blase und Darm sowie Blutgefäße verletzen.

Auch bei Männern kann eine künstliche Befruchtung mit Komplikationen verbunden sein: Wenn die Entnahme der Samenzellen aus Hoden oder Nebenhoden durch eine Biopsie beziehungsweise Punktion erfolgt, kann der Arzt dabei zum Beispiel Blutgefäße verletzen.