Konisation

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. November 2012)

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Als Konisation bezeichnet man eine Operation, die darauf abzielt, ein kegelförmiges Gewebestück (Konus) aus Gebärmutterhals und Muttermund zu entnehmen. Anlass für den Eingriff sind in der Regel Zellveränderungen, die einer mikroskopischen Abklärung bedürfen. Der Eingriff erfolgt mit Laser (sog. Laserkonisation) oder einer elektrischen Hochfrequenzschlinge (sog. Schlingenkonisation) über die Scheide. Ein Skalpell verwenden Ärzte hierbei nur noch selten.

Zellveränderungen im Gebärmutterhals oder am Muttermund lassen sich im Rahmen der gynäkologischen Krebsfrüherkennung (Pap-Test oder Kolposkopie) feststellen.

Bei diesen veränderten Zellen besteht die Gefahr, dass sie sich zu Krebszellen entwickeln, beziehungsweise, dass sie auf einen bereits bestehenden Tumor hindeuten. Um einen auffälligen Befund abklären zu können, muss der Arzt eine Gewebeprobe entnehmen und diese im Labor feingeweblich untersuchen lassen.

Diese Gewebeprobe kann der Arzt mithilfe einer Konisation gewinnen. Dabei entnimmt er ein kleines, kegelförmiges Gewebestück aus Gebärmutterhals und Muttermund (sog. Konus). Hierfür verwendet er einen Laser oder eine elektrische Hochfrequenzschlinge.

Letztere besteht aus einem Draht, der elektrisch erhitzt wird. Diese beiden Methoden ziehen Ärzte in der Regel einer sogenannten Messerkonisation mit Skalpell vor, da bei der Gewebeentnahme mittels Laser oder Schlinge das Risiko von Komplikationen geringer ist.

Man sieht den Unterkörper einer Frau in einem weißen Slip. © Jupiterimages/iStockphoto

Bei einer Konisation entnimmt der Arzt ein Gewebestück aus Gebärmutterhals und Muttermund.

Eine Konisation kommt zum Einsatz, wenn ...

  • ... eine Biopsie kein eindeutiges Ergebnis liefert.
  • ... größere Gewebemengen benötigt werden.
  • ... sich Veränderungen innerhalb des Gebärmutterhalskanals befinden.
  • ... der Verdacht besteht, dass Zellveränderungen bereits in tiefere Gewebeschichten vorgedrungen sind.

Eine Konisation kommt dann zum Einsatz, wenn bestimmte Biopsieverfahren zur Gewebeentnahme (z.B. Nadelbiopsien wie Feinnadel-, Stanz- oder Vakuumbiopsie) kein eindeutiges Ergebnis liefern konnten oder größere Mengen an Gewebe notwendig sind.

Mit der Konisation lassen sich auffällige, leicht zugängliche Veränderungen komplett herausschneiden. Damit gehört die Konisation zum Verfahren der Exzisionsbiopsien – so bezeichnen Fachleute dieses vollständige Herausschneiden einer Gewebeveränderung. Der Eingriff ist zum Beispiel dann angebracht, wenn sich Veränderungen innerhalb des Gebärmutterhalskanals befinden – diese lassen sich mithilfe des Kolposkops (eine Art Lupe mit Lichtquelle), das bei anderen Biopsieverfahren verwendet wird, nur schwer erkennen.

Auch wenn der Verdacht besteht, dass Zellveränderungen bereits in tiefere Gewebeschichten vorgedrungen sind, macht eine Konisation Sinn, da der Arzt damit Zellen in einem größeren Gewebeverbund entnehmen kann.

Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass das entnommene Gewebe tatsächlich Krebszellen enthält, zählt die Konisation gleichzeitig auch als endgültige Therapiemaßnahme, da dabei das erkrankte Gewebe entfernt wird.

Eine Konisation erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung oder einer leichten Narkose – dies hängt vom Ausmaß der Gewebeentnahme ab. Je nachdem, wie es der Gesundheitszustand der Patientin zulässt und wie der Arzt entscheidet, kann der durchschnittlich 20- bis 30-minütige Eingriff ambulant stattfinden, sodass nicht unbedingt ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.