Knochenmarkbiopsie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Juli 2013)

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Das Knochenmark ist – bis auf wenige Ausnahmen – die Produktionsstätte aller Blutzellen. Erkrankungen des Bluts und der Blutbildung lassen sich deshalb besonders gut über eine Untersuchung des Knochenmarks im Rahmen der Knochenmarkbiopsie feststellen.

Zu den Erkrankungen des blutbildenden Systems zählen beispielsweise Blutkrebs (Leukämie), Blutarmut (Anämie) oder auch Tochtergeschwulste (Metastasen) von Tumoren anderer Organe (wie Brustkrebs).

Um die meisten Blutkrankheiten nachzuweisen, reicht eine Blutentnahme oft nicht aus, sodass eine Untersuchung des Knochenmarks notwendig ist. Bei der Knochenmarkbiopsie bietet sich der Beckenknochen – hier besonders der hintere Beckenkamm – für die Probeentnahme an. Mediziner unterscheiden bei der Entnahme zwischen zwei Methoden:

Bei der Knochenmarkbiopsie entnimmt der Arzt das Knochenmark mit einer Stanze aus dem Beckenknochen. Bei der Knochenmarkaspiration saugt er dagegen die Zellen des Knochenmarks mit Unterdruck durch eine Hohlnadel an ("aspiriert"). Beide Methoden ergänzen sich und werden im Rahmen einer solchen Untersuchung durchgeführt.

Die Knochenmarkdiagnostik ist in den meisten Fällen risikoarm und nur in selten treten Komplikationen auf. Da ein Durchstechen des Knochens sehr schmerzhaft sein kann – die Knochenhaut ist besonders empfindlich – spritzt der Arzt in diesem Fall ein Lokalanästhetikum zur örtlichen Betäubung in das umliegende Gewebe.

Die Probe, welche der Arzt bei der Knochenmarkbiopsie oder Knochenmarkaspiration gewinnt, wird in einem Labor untersucht. Hier achten die Labormitarbeiter besonders auf veränderte Zellen im Knochenmark und Vorgänge der Blutbildung. Es finden sich hier unter anderem die Vorstufen (auch Stammzellen oder Blasten genannt) der Blutkörperchen. Wichtig sind vor allem die Zelldichte und die Anzahl der einzelnen Zelltypen (Blutplättchen, rote und weiße Blutkörperchen).

Eine Knochenmarkbiopsie beziehungsweise Knochenmarkaspiration dauert etwa eine Viertelstunde, selten länger. Im Anschluss an die Untersuchung empfiehlt es sich jedoch, eine Ruhephase einzuhalten. Zudem ist es ratsam, erst 24 Stunden nach der Knochenmarkbiopsie wieder aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen.