Kleines Blutbild: Bedeutung von Hämoglobin und Thrombozyten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Oktober 2015)

Hämoglobin (roter Blutfarbstoff)

Ein kleines Blutbild gibt Auskunft über verschiedene Hämoglobin-Werte. Der eisenhaltige Blutfarbstoff Hämoglobin (Kurzform: Hb) ist für die Bindung von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut zuständig. Bei der Hb-Bestimmung lässt sich einerseits das gesamte im Blut vorhandene Hämoglobin (=HbE) oder nur das an die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebundene Hämoglobin (=MCH) angeben. Der Hämoglobin-Wert, den ein kleines Blutbild ergibt, eignet sich – insbesondere in Verbindung mit dem Erythrozyten-Wert–, um die Ursachen einer Blutarmut (Anämie) festzustellen.

  • Erhöhter Hämoglobin-Wert: Ein stark erhöhter Hb-Wert kann bei einer Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie), bei Gehirntumoren, einem Schlaganfall oder einer Gehirnhautentzündung auftreten, aber auch bei einem Aufenthalt in großen Höhen.
  • Verminderter Hämoglobin-Wert (Anämie, Blutarmut): Ein verminderter Hb-Wert ist in den meisten Fällen Anzeichen einer Eisenmangelanämie. Aber auch bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder verschiedenen Nierenerkrankungen kann der Hb-Wert erniedrigt sein. Ein kleines Blutbild ist daher bei der Diagnose dieser Erkrankungen nützlich.

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Ein kleines Blutbild gibt Auskunft über den Zustand des körpereigenen Abwehrsystems: Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), von denen es verschiedene Unterarten gibt, spielen eine große Rolle bei der Abwehrfunktion des Körpers. Als "Gesundheitspolizei" schützen sie den Körper vor Krankheiten und Krankheitserregern. Sie folgen dem Blutstrom und können die Blutbahn verlassen, um im Gewebe ihre Abwehrfunktion zu entfalten. Der Leukozyten-Wert sagt etwas über mögliche Entzündungen oder Infektionen des Körpers aus. Weist ein kleines Blutbild einen stark veränderten Leukozyten-Wert aus, so erstellt der Arzt zur weiteren Diagnose noch ein Differentialblutbild.

  • Erhöhte Leukozytenanzahl (Leukozytose): Eine vermehrte Leukozytenanzahl kann auf viele Ursachen hinweisen. Zumeist ist sie Anzeichen einer akuten Infektion, ausgelöst durch Bakterien, Pilze oder Parasiten. Weitere Ursachen können jedoch auch sein: akute Vergiftungen, Blutungen, Allergien, Schockzustände und Leukämie (Blutkrebs).
  • Verminderte Leukozytenanzahl (Leukopenie): Ist die Leukozytenanzahl stark erniedrigt, so ist dies in den meisten Fällen ein Hinweis auf eine Virusinfektion. Auch Krankheiten wie Malaria oder Typhus können die Ursache einer verminderten Leukozytenanzahl sein. Ein kleines Blutbild kann hier einen ersten Hinweis auf die Diagnose geben. Eine verminderte Leukozytenanzahl kann auch infolge einer Schädigung des Knochenmarks auftreten, etwa durch eine Bestrahlung oder medikamentösen Behandlung (z.B. mit Krebsmedikamenten). Zudem kann eine Überfunktion der Milz (Hyperspleniesyndrom) die Ursache einer niedrigen Leukozytenanzahl sein.

Thrombozyten (Blutplättchen)

Ein kleines Blutbild erfasst außerdem die Blutplättchen (Thrombozyten). Sie sind wichtig für die Blutgerinnung, weswegen stark veränderte Thrombozyten-Werte ein Hinweis auf eine gestörte Blutgerinnung sind.

  • Vermehrte Thrombozytenanzahl: Die Thrombozytenanzahl ist zumeist nach schweren Infektionen sowie Krebserkrankungen gestört. Auch Operationen und Verletzungen, die mit einem großen Blutverlust einhergehen, können eine Erhöhung der Thrombozytenzahl durch eine gesteigerte Produktion nach sich ziehen.
  • Verminderte Thrombozytenanzahl: Es gibt viele Ursachen für eine verminderte Thrombozytenanzahl. Einerseits kann die Thrombozytenbildung aufgrund von Vitamin-B12-Mangel, Folsäure-Mangel oder durch Strahlenschädigung beziehungsweise Medikamente gestört sein. Doch auch ein erhöhter Thrombozytenverbrauch, beispielsweise nach Infektionen, Allergien, bei Milzvergrößerung oder unkontrollierter Blutgerinnung, ist eine mögliche Ursache, wenn zu wenig Thrombozyten im Blut vorhanden sind. Ein kleines Blutbild kann den veränderten Thrombozyten-Wert zwar anzeigen – um die Ursachen dafür herauszufinden, sind allerdings meist weitere Untersuchungen notwendig.