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Kaiserschnitt

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (20. Juni 2016)

© Jupiterimages/Stockbyte

Der Kaiserschnitt (Sectio caesarea, kurz Sectio) gehört mit zu den ältesten chirurgischen Eingriffen und ist auch bei Naturvölkern bekannt. Die Schnittentbindung wird durchgeführt, wenn eine normale Geburt nicht oder nur mit großem Risiko möglich ist oder wenn die Schwangere dies ausdrücklich wünscht (Wunschkaiserschnitt).

Plinius der Ältere (23/24 n.Chr. bis 79 n.Chr.) führte die Bezeichnung auf Julius Caesar (100-44 v.Chr.) zurück, der durch einen Kaiserschnitt auf die Welt kam. Man nimmt heute jedoch an, dass sich der Begriff der Sectio caesarea von dem lateinischen Verb caedere (schneiden) herleitet.

Inzwischen ist der Kaiserschnitt in allen entwickelten Ländern eine relativ risikoarme Routineoperation, die auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter hin durchgeführt wird (Wunschkaiserschnitt) oder wenn die normale Geburt für Mutter und Kind zu risikoreich ist.

  • Von einem primären Kaiserschnitt spricht man, wenn die Ärzte den Kaiserschnitt vornehmen, bevor die Wehen einsetzen. Hierzu gehört der bereits im Vorfeld geplante Kaiserschnitt.
  • Im Gegensatz dazu spricht man von einem sekundären Kaiserschnitt, wenn dieser nach dem Einsetzen der Wehen, das heißt nach Geburtsbeginn, erfolgt. Der sekundäre Kaiserschnitt ist meist die Folge von Geburtskomplikationen, die rasches Handeln erfordern (Notkaiserschnitt).

Die Kaiserschnittrate liegt heutzutage in den meisten Ländern bei etwa 20 Prozent aller Geburten. Pro Land schwanken die Zahlen jedoch sehr. So kommen in einigen Gegenden Lateinamerikas rund 85 Prozent der Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. In Deutschland kommt mittlerweile jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt – damit hat sich die Kaiserschnittrate von 1991 bis 2008 verdoppelt. Seitdem liegt die Kaiserschnittrate in Deutschland allerdings stabil bei rund 30 Prozent.

Video Kaiserschnitt: Entbindung durch die Bauchdecke

Wie es der Mutter nach dem Kaiserschnitt geht, ist sehr individuell. Zum einen kommt es darauf an, wie gut die Kaiserschnittnarbe verheilt und ob Komplikationen als Folge der Operation auftreten.

Außerdem hängt die Verfassung der Mutter davon ab, ob der Kaiserschnitt geplant war oder überraschend durchgeführt werden musste.

Es ist aber trotz Kaiserschnitt beispielsweise möglich, das Baby zu stillen: Viele Mütter können ihr Kind anlegen, sobald sie den Operationssaal verlassen haben. Bei anderen setzt der Milcheinschuss erst nach einigen Tagen ein. Das ist kein Problem für das Baby – auch Mütter, die normal entbunden haben, haben oft erst bis zu drei Tage später den Milcheinschuss. Auch die Bindung zwischen Mutter und Kind muss durch den Kaiserschnitt nicht leiden: In den meisten Fällen (wenn keine Vollnarkose nötig ist), kann die Mutter ihr Baby noch im OP für kurze Zeit im Arm halten.


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