Kaiserschnitt: Durchführung

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (20. Juni 2016)

Der Termin für einen geplanten Kaiserschnitt liegt in der Regel einige Tage vor dem errechneten natürlichen Geburtstermin (ET). In seltenen Fällen ist eine Vollnarkose nötig, meist wird jedoch nur regional betäubt, sodass Mutter und Baby weniger Belastungen ausgesetzt sind und die Mutter ihr Kind gleich nach dem Kaiserschnitt im Arm halten kann.

Zur regionalen Betäubung der unteren Körperhälfte stehen zwei ähnliche Verfahren zur Verfügung, die beide mittels eines sogenannten Kreuzstiches durchgeführt werden:

Bei beiden punktiert der Narkosearrzt (Anästhesist) nach einer örtlichen Betäubung den Rückenmarkkanal zwischen zwei Lendenwirbeln mit einer feinen Nadel. Über diese spritzt er ein örtliches Betäubungsmittel, ein sogenanntes Lokalanästhetikum, direkt in den Rückenmarkkanal.

Der Unterschied zwischen der PDA und der Spinalanästhesie besteht darin, in welche Schicht des Rückenmarkkanals das Medikament gelangt. Außerdem legt der Arzt bei der PDA einen Zugang und fixiert diesen, sodass er auch während und nach der Operation mithilfe eines Pumpsystems das Lokalanästhetikum nachinjizieren kann. Bei der Spinalanästhesie verabreicht der Arzt das Schmerzmedikament ähnlich einer Spritze nur einmalig.

Unterschied PDA und Spinalanästhesie

PDA Spinalanästhesie
fixierter Zugang, Betäubungsmittel kann erneut verabreicht werden einmalige Injektion
Injektion in die Nähe des Rückenmarkkanals Injektion direkt in den Rückenmarkkanal
Wirkung setzt langsam ein sehr schnelle Wirkung
Beweglichkeit der Beine bleibt gewöhnlich erhalten Beine für die Dauer der Wirkung gelähmt

Die Regionalanästhesie betäubt das Operationsgebiet und beide Beine. Allerdings verspürt die Schwangere noch Druck- und Zugbewegungen, die durch den Kaiserschnitt entstehen. Insgesamt benötigt der Narkosearzt etwa 10 bis 15 Minuten Zeit, um die Anästhesie durchzuführen.

Sobald die Narkosewirkung eingetreten ist, werden ein Harnkatheter gelegt und die obere Schamregion (Bikinizone) rasiert. Anschließend wird der Operationsbereich gewaschen und desinfiziert, meist eine Folie aufgeklebt und die Umgebung mit Tüchern abgedeckt. Im Bereich des Oberbauchs der Schwangeren wird ein Vorhang angebracht, um den sterilen vom unsterilen Bereich zu trennen.

In vielen Krankenhäusern darf der Vater beim Kaiserschnitt anwesend sein.

Der Kaiserschnitt beginnt mit einem Unterbauchquerschnitt im Bereich der Bikinizone. Danach wird Schicht um Schicht möglichst stumpf, das heißt ohne Verwendung eines Messers, nur durch Aufdehnen gespalten (Methode nach Misgav-Ladach) und zuletzt die Gebärmutter eröffnet. Der Arzt hebt das Kind, möglichst mit dem Kopf voran, vorsichtig, aber schnell aus der Gebärmutter und übergibt es nach dem Durchtrennen der Nabelschnur der Hebamme. Bei einer lokalen Narkose kann die Mutter ihr Kind noch im OP-Saal begrüßen.

Anschließend versorgen die Hebamme und, falls anwesend, der Kindsvater das Neugeborene, während der Gynäkologe die Nachgeburt (Plazenta) entnimmt und zuletzt die Gebärmutter sowie die Bauchdecken wieder sorgfältig verschließt. Durch dieses schonende Operationsverfahren ist es meist nicht nötig, Drainagen (Plastikschläuche zum Ableiten des Wundsekrets) anzulegen.

Im Rahmen des Kaiserschnitts kann auf Wunsch der Mutter gleichzeitig eine Sterilisation erfolgen, wenn kein weiterer Kinderwunsch mehr besteht.