Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Hyposensibili­sierung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Januar 2015)

Überblick

Die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie (SIT), oft auch Desensibilisierung genannt, ist bei einer Allergie die wirksamste Behandlung. Eine Altersbegrenzung besteht nicht: Grundsätzlich ist eine Hyposensibilisierung sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet, wobei die Wirksamkeit für verschiedene Altersgruppen unterschiedlich gut belegt ist.

Das Besondere an der Hyposensibilisierung ist, dass sie die einzige Behandlungsmethode ist, die auf die Ursache der Allergie abzielt: die übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf Fremdstoffe. Möglich ist die spezifische Immuntherapie also nur dann, wenn das sogenannte Allergen (= der Auslöser der Allergie) bekannt und als Lösung erhältlich ist.

Bei der "klassischen" Hyposensibilisierung bekommt der Allergiker die Lösung über einen Zeitraum von etwa drei Jahren in allmählich steigenden Dosierungen per Spritze unter die Haut (d.h. subkutan) verabreicht. In einigen Fällen ist die Hyposensibilisierung auch in Form von Tropfen oder Tabletten (d.h. oral) möglich:

  • durch die sublinguale Immuntherapie (SLIT) oder
  • durch die sog. Gräsertablette.

Die Hyposensibilisierung soll die Überempfindlichkeit des Immunsystems allmählich herabsetzen und letztendlich eine allergische Reaktion verhindern.

Das funktioniert so: Bei Allergikern reagiert das Immunsystem auf den Kontakt mit eigentlich harmlosen Allergenen, indem es Antikörper der Klasse E (IgE) bildet und den körpereigenen Botenstoff Histamin freisetzt, was die typischen allergischen Symptome verursacht. Die Hyposensibilisierung soll das Immunsystem so beeinflussen, dass es bei Allergenkontakt stattdessen Antikörper der Klasse G (IgG) produziert, die es normalerweise auch gegen Krankheitserreger wie Bakterien bildet:

Solche IgG-Antikörper entstehen sofort nach jedem Kontakt mit dem Erreger neu – mit dem Ziel, den Erreger auszuschalten. Durch die Hyposensibilisierung soll dasselbe auch bei der Allergie geschehen: Sofort nach Kontakt mit dem Allergen sollen sich IgG-Antikörper bilden, die das Allergen beseitigen, damit eine allergische Reaktion ausbleibt.

Hyposensibilisierung: Video

Die Hyposensibilisierung kommt vor allem bei allergischen Reaktionen vom Typ I zum Einsatz. Eine hohe Wirksamkeit zeigt die Desensibilisierung besonders bei Heuschnupfen und bei Insektengiftallergien wie der Wespenallergie: Die Erfolgsquote bei der Pollenallergie liegt bei rund 60 bis 70 Prozent, bei einer Bienen- oder Wespengiftallergie bei gut 90 Prozent. Bedingt wirkt die Hyposensibilisierung auch bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben. Außerdem hilft die spezifische Immuntherapie bei Allergien gegen Tiere (Katzenhaare), manche Schimmelpilze oder Mehlstaub.

Zeigt die Hyposensibilisierung Erfolg, benötigt der Allergiker anschließend deutlich weniger Medikamente gegen allergische Beschwerden oder kann im besten Fall sogar ganz darauf verzichten.

Der Zweck der Hyposensibilisierung besteht jedoch nicht nur darin, die allergischen Beschwerden zu lindern: Wer sich hyposensibilisieren lässt, bannt damit auch das Risiko, dass sich aus der Allergie ein allergisches Asthma entwickelt.


Anzeige