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Homöopathie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. Januar 2015)

© Jupiterimages/Creatas Images

Homöopathie ist ein von Samuel Hahnemann (1755-1843) begründetes Behandlungsverfahren, das ganzheitlich wirken soll – also nicht bei den einzelnen Symptomen einer Erkrankung ansetzt, sondern den ganzen Menschen erfasst. Vor allem Heilpraktiker, aber auch einige Ärzte behandeln die unterschiedlichsten Erkrankungen teilweise homöopathisch. Wissenschaftlich ist die Homöopathie allerdings höchst umstritten.

Trotzdem möchten sich viele Menschen – ergänzend oder alternativ zu schulmedizinischen Verfahren – homöopathisch behandeln lassen. Obwohl die gesetzlichen Krankenkassen nicht verpflichtet sind, die Kosten für die Homöopathie zu übernehmen, bieten daher viele Kassen die Kostenübernahme freiwillig an.

Der Homöopathie liegt die Annahme zugrunde, dass bei der Behandlung von Symptomen immer der gesamte Organismus zu betrachten ist. Diese Betrachtungsweise soll auch krankheitsferne Symptome erklären – wie Allgemeinsymptome, Begleitsymptome, Geistes- und Gemütssymptome. Die Behandlung soll möglichst die gesamte Konstitution des Betroffenen stärken.

Die Homöopathie beruht auf drei Grundpfeilern:

  1. Ähnlichkeitsregel: Diese Regel besagt, dass eine Krankheit, die sich in bestimmten Beschwerden äußert, durch ein Mittel heilbar ist, das beim Gesunden ähnliche Symptome hervorruft.
  2. Arzneimittelbild: Dieses setzt sich aus dem gesamten Wissen über eine Arznei zusammen (z.B. Botanik und Toxikologie, aber auch Informationen dazu, welche Symptome das Mittel bei Gesunden unter welchen jahreszeitlichen, Alltags- und sonstigen Bedingungen auslöst).
  3. Potenzierung: In der Homöopathie geschieht die Herstellung sogenannter Potenzen durch Verdünnung der Substanzen. Deren Wirkung soll dadurch nicht nachlassen, sondern sich stattdessen verstärken (bzw. potenzieren).

Die in der Homöopathie eingesetzten Mittel gewinnt man durch ein bestimmtes Verfahren aus Mineralien, Pflanzen und Tiergiften. Die als sogenannte Globuli (Milchzuckerkügelchen) oder Tropfen verabreichten Substanzen sind teilweise so stark verdünnt, dass (chemisch gesehen) in der Lösung kein Molekül der ursprünglichen Wirksubstanz mehr vorhanden ist. Der Homöopath wählt die Mittel für jeden Menschen individuell nach einer umfassenden Befragung zur Vorgeschichte der Krankheit (Anamnese) aus.

Aus schulmedzinischer Sicht ist nicht nachvollziehbar, wie homöopathische Mittel wirken sollen. Vielmehr legt der derzeitige Wissensstand nach wie vor den Schluss nahe, dass die Homöopathie nicht besser wirkt als eine Behandlung durch Scheinmedikamente (sog. Placebos), eine gezielte Wirksamkeit also unwahrscheinlich ist.


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