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Hämoccult-Test

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. Dezember 2011)

© Jupiterimages/PhotoDisc

Der Hämoccult-Test spürt bereits geringste Blutmengen im Stuhl auf, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Man spricht dann von okkultem oder verstecktem Blut im Stuhl.

Weist der Hämoccult-Test verstecktes Blut im Stuhl nach, kann das auf Erkrankungen wie Darmkrebs hinweisen. Im Durchschnitt fällt bei jedem dritten Teilnehmer über einen Zeitraum von zehn Jahren der Hämoccult-Test positiv aus, weist also Blut in der Stuhlprobe nach. Bei etwa 15 Prozent der Personen mit positivem Hämoccult-Test stellt sich bei einer Nachuntersuchung Darmkrebs als Ursache heraus. Auch die mögliche Vorstufe des Darmkrebses, die Darmpolypen, lässt sich mit dem Hämoccult-Test frühzeitig erkennen und behandeln.

Zwar ist der Hämoccult-Test nicht vollkommen eindeutig – denn Blutspuren im Stuhl können auch bei anderen Krankheiten, etwa bei Hämorrhoiden, auftreten –, hat er doch seine Bedeutung in der Darmkrebs-Früherkennung.

In Deutschland haben alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen ab einem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahrs Anspruch auf eine jährliche Durchführung dieses Schnelltests. Danach übernimmt die Krankenkasse die Kosten nur noch alle zwei Jahre und auch nur, wenn der Patient eine Darmspiegelung nicht in Anspruch nimmt.

Hin und wieder kann es zu falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen beim Hämoccult-Test kommen. Falsch-positive Testergebnisse können zum Beispiel entstehen durch:

Zu falsch-negative Ergebnisse kommt es dagegen manchmal durch Vitamin-C-haltige Präparate (wie Nahrungsergänzungsmittel) oder Lebensmittel (z.B. Obst, Multivitaminsäfte).

Der Hämoccult-Test wird manchmal auch als Papierstreifentest, Löschpapier-Test oder Guajak-Test bezeichnet.


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