Gynäkologische Krebsfrüherkennung: Pap-Test

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2014)

Die Untersuchung von Zellen, die durch einen Abstrich gewonnen wurden, wird auch Pap-Test genannt – nach seinem Erfinder, dem griechischen Arzt Papanicolaou. Die Ergebnisse des Pap-Tests lassen sich in verschiedene Gruppen (Pap I bis Pap V) einteilen. Je nachdem, welches Stadium der Frauenarzt entdeckt, sind weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen notwendig.

Pap-GruppeZellbildBewertung und empfohlene Maßnahme
Pap I Normales Zellbild Der Befund ist normal, keine Auffälligkeiten; erneute Untersuchung nach einem Jahr
Pap II Durch Entzündung, Gewebealterung oder –regeneration entstandene Zellveränderungen Die Zellveränderungen sind unverdächtig, meist bedingt durch Bakterien; ggf. Untersuchung nach 3 Monaten, evtl. Behandlung der Entzündung
Pap III Deutlich entzündlich veränderte Zellen. Es ist nicht sicher zu erkennen, ob die Veränderungen bösartig sind. Befund unklar, zur Sicherheit entnimmt der Arzt einen Kontrollabstrich nach zwei Wochen. Ist der Befund weiter unklar, ist eine mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) notwendig. Auch eine Antibiotika- oder Hormon-Therapie können bei Pap III sinnvoll sein.
Pap III D Leichte bis mittelschwere Zellveränderungen Meist hängt diese Veränderung mit einer HPV-Infektion zusammen. Zur Kontrolle entnimmt der Arzt nach drei Monaten erneut einen Abstrich. Lautet das Ergebnis wiederholt Pap III D, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie) und lässt sie feingeweblich (histopathologisch) untersuchen.
Pap IV a Schwere Zellveränderungen, Krebsvorstufe (Carcinoma in situ) Befund positiv; es folgt zunächst eine Gewebeentnahme (Biopsie) im Rahmen einer Lupenuntersuchung (Kolposkopie) der Scheide. Anschließend untersucht der Arzt das veränderte Gewebe mikroskopisch.
Pap IV b Schwere Zellveränderungen, entweder ein sogenanntes Carcinoma in situ – also eine Krebsvorstufe – oder bereits Gebärmutterhalskrebs. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass möglicherweise bereits Krebszellen in tiefere Gewebsschichten eindringen (invasives Wachstum). Befund positiv; es folgt zunächst eine Gewebeentnahme (Biopsie) im Rahmen einer Lupenuntersuchung (Kolposkopie) der Scheide. Anschließend untersucht der Arzt das veränderte Gewebe mikroskopisch und leitet ggf. eine entsprechende Behandlung ein.
Pap V Zellen eines bösartigen Gebärmutterhalskrebses, der vermutlich in tiefere Gewebeschichten einwächst. Befund positiv; es folgt zunächst eine Gewebeentnahme (Biopsie) im Rahmen einer Lupenuntersuchung (Kolposkopie) der Scheide. Anschließend untersucht der Arzt das veränderte Gewebe mikroskopisch und leitet ggf. eine entsprechende Behandlung ein.
Pap 0 Technisch unbrauchbares Präparat Sofortige Wiederholung