Glaukom-Früherkennung (Früherkennung des grünen Stars)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Oktober 2014)

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Die Glaukom-Früherkennung kann sinnvoll sein, da sich ein Glaukom (grüner Star) rechtzeitig erkannt oftmals gut behandeln lässt. Bei dieser Augenerkrankung ist meist der Augeninnendruck erhöht. Der Augenarzt kann mittels Augeninnendruckmessung feststellen, ob ein Glaukom vorliegt.

Die Glaukom-Früherkennung ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung ("IGeL"-Leistung) – nur unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Untersuchung.

Das Tückische an einem Glaukom (grüner Star) ist, dass es im Frühstadium keine Beschwerden macht. Die Augenerkrankung wird deshalb häufig erst spät entdeckt. Ohne eine entsprechende Therapie führt ein Glaukom aber zu einer schleichenden Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung – deswegen ist die Glaukom-Früherkennung so wichtig.

Zu den typischen Symptomen des grünen Stars gehört, dass der Betroffene seine Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen kann – es kommt zu sogenannten Gesichtsfeldausfällen, vorwiegend an den Rändern des Gesichtsfelds.

Oft bemerkt der Glaukom-Patient diese Symptome erst dann, wenn der erhöhte Augeninnendruck bereits den Sehnerv geschädigt hat. Diese Nervenschäden können dann irreversibel sein, das heißt, sie lassen sich auch durch eine Therapie nicht mehr komplett rückgängig machen. Bei Verdacht auf ein Glaukom beziehungsweise bei einem erhöhten Risiko für grünen Star (z.B. starke Kurzsichtigkeit, Durchblutungsstörungen oder familiäre Häufung der Augenerkrankung) empfiehlt es sich daher, frühzeitig einen Augenarzt aufzusuchen.

Da bei einem entstehenden Glaukom der Augeninnendruck in der Regel erhöht ist, misst der Augenarzt bei einer Glaukom-Früherkennung den Druck im Inneren des Augapfels. Diese Messung nennt man auch Tonometrie – für den Patienten ist sie schmerzfrei und birgt nur ein sehr geringes Risiko.

Es gibt auch eine Sonderform des grünen Stars, das sogenannte Normaldruckglaukom. Diese Variante des Glaukoms lässt sich nicht mittels Tonometrie erkennen. Bei etwa 30 von 100 Glaukom-Patienten ist der Augeninnendruck normal. Dennoch entwickeln diese Patienten die typischen Symptome eines grünen Star und zeigen entsprechende Schäden am Sehnerv. Möglicherweise ist für diese Menschen bereits ein Augendruck, der innerhalb der festgelegten Normwerte liegt, zu hoch.

Auch wird als Ursache vermutet, dass bei diesen Patienten der Sehnerv nicht ausreichend durchblutet ist und es deshalb zu Gesichtsfeldausfällen kommt. Um mögliche Nervenschäden auch bei Normaldruck feststellen zu können, empfiehlt sich eine zusätzliche Betrachtung des Sehnervs. Im Rahmen der Glaukom-Früherkennung sieht sich der Augenarzt deshalb den Augenhintergrund mithilfe eines Ophthalmoskops an. Neben der Augeninnendruckmessung betrachtet er außerdem den vorderen Augenabschnitt (Hornhaut und vordere Augenkammer) mit einem Spaltlampenmikroskop. Auf diese Weise kann er erkennen, ob das Kammerwasser richtig abfließen kann.

Man sieht einen Patienten beim Augenarzt. © Jupiterimages/Fuse

Die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) ist ein wichtiger Bestandteil der Glaukom-Früherkennung.

Häufigkeit und Risikofaktoren

Der grüne Star (Glaukom) ist hierzulande eine der häufigsten Ursachen für das Erblinden. Schätzungsweise ein bis zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung über 40 Jahre leiden an einem Glaukom oder sind zumindest stark gefährdet, einen grünen Star zu entwickeln. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, da das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, mit dem Alter stark ansteigt.

Neben dem Alter erhöhen weitere Faktoren das Risiko für ein Glaukom, zum Beispiel:

Männer und Frauen entwickeln in jüngeren Jahren gleich häufig einen grünen Star; im Alter dagegen erkranken etwas mehr Frauen als Männer an einem Glaukom.