Gelenkpunktion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. November 2013)

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Bei einer Gelenkpunktion (lat. pungere = stechen) zieht der Arzt mithilfe einer Nadel und Spritze Flüssigkeit aus der Gelenkhöhle ab oder er spritzt Flüssigkeit zur Behandlung in das Gelenk.

Eine Gelenkpunktion eignet sich sowohl zur Diagnose von Krankheiten als auch zur Therapie. Es ist möglich alle größeren Gelenke wie etwa Hüft-, Knie- oder Schultergelenke zu punktieren.

Ärzte nehmen Gelenkpunktionen in der Regel dann vor, wenn sich im Gelenk Flüssigkeit gesammelt hat (Gelenkerguss). Diese Gelenkergüsse entstehen meist bei Verletzungen oder Erkrankungen eines Gelenks. Man unterscheidet zwischen blutigen und unblutigen Gelenkergüssen – das heißt die Gelenkflüssigkeit kann mit Blut vermischt beziehungsweise frei von Blut sein. Beim gesunden Gelenk ist die entnommene Flüssigkeit – das Punktat – klar und leicht zähflüssig (viskös). Optische Veränderungen kann der Arzt sofort beurteilen und gibt die Probe dann weiter ins Labor, wo die Zusammensetzung untersucht wird.

Eine Gelenkpunktion ist nahezu schmerzfrei, weshalb in der Regel keine Vollnarkose und nur in manchen Fällen eine örtliche Betäubung notwendig ist. Ein längerer Krankenhausaufenthalt ist also nicht notwendig.

Die häufigste Ursache für Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk sind frische Verletzungen. Hierzu zählen etwa Meniskus- oder Knorpelschäden. Außerdem kann es zu einer Gelenkerkrankung durch Infektionen, Rheuma oder Gicht kommen.

Wenn sich viel Flüssigkeit in der Kapsel befindet, entsteht Druck und somit auch Schmerzen. Durch eine Gelenkpunktion reduziert der Arzt den Druck im Gelenk und versucht die Schmerzen so zu mindern. Auch Hämatome (Blutansammlungen im Gelenk) kann er auf diese Weise entfernen und mögliche Folgeschäden verhindern.

Der Arzt kann ebenfalls Medikamente oder Kontrastmittel bei der Punktion ins Gelenk spritzen. Das Kontrastmittel gibt er vor einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztomographie, damit er das Gelenk besser beurteilen kann.

Eine Gelenkpunktion sollte nicht durchgeführt werden, wenn um die Einstichstelle Infektionen, Hauterkrankungen oder Hautverletzungen bestehen. Hier besteht das Risiko, dass Bakterien durch die Punktion ins Gelenk gelangen.