Gebärmutter­entfernung (Hysterektomie): Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. März 2014)

In neun von zehn Fällen liegt einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) eine gutartige Erkrankung zugrunde. Sie kann entweder mit der Muskelschicht der Gebärmutter, der Schleimhaut (Endometrium), einer veränderten Lage des Organs (Gebärmuttervorfall) oder Blutungen zusammenhängen.

Ein sogenannter Uterus myomatosus liegt vor, wenn sich mehrere gutartige Geschwülste (Myome) in der Muskelschicht der Gebärmutterwand bilden. Myome können Beschwerden wie eine unregelmäßige und schmerzhafte Menstruation (Zyklusstörungen) auslösen. Etwa 20 bis 30 von hundert Frauen im Alter über 30 Jahren haben Myome.

Die Gebärmutterentfernung ist die häufigste Operation, um einen Uterus myomatosus zu behandeln. Es gibt aber eine Reihe weiterer Therapiemöglichkeiten, bei denen sich die Gebärmutter erhalten lässt. Dies ist vor allem für Frauen mit Kinderwunsch wichtig. Hinzu kommt: Viele Frauen sehen ihre Gebärmutter als einen wichtigen Teil ihrer Weiblichkeit an. Deswegen wünschen sich auch Frauen, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben, dass bei der Therapie des Uterus myomatosus ihre Gebärmutter erhalten bleiben soll.

Eine weitere gutartige Krankheit, die Anlass für eine Gebärmutterentfernung sein kann, ist die Endometriose. Bei einer Endometriose siedelt sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter an, zum Beispiel in der Bauchhöhle. Während der Regelblutung (Menstruation) verursacht das "verschleppte" Gewebe zusehends Schmerzen. Die Endometriose zählt zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und betrifft sechs bis acht von hundert Frauen im geschlechtsreifen Alter. Meist bildet sich eine Endometriose im Zusammenhang mit den Wechseljahren nach der letzten Regelblutung (Menopause) zurück.

Auch eine veränderte Lage der Gebärmutter kann eine Operation nötig machen. Ein Beispiel ist der Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps): Hierbei handelt es sich um eine fortgeschrittene Form einer Senkung der Gebärmutter. Bei einem Uterusvorfall senkt sich die Gebärmutter durch die Scheide in Richtung der Scheidenöffnung und tritt dort nach außen. Im Extremfall stülpt sich die gesamte Scheide um und ragt zusammen mit der Gebärmutter aus der Scheide heraus.

Ein weiterer möglicher Anlass, die Gebärmutter zu entfernen, sind Störungen des Zyklus, die mit nicht-operativen Maßnahmen kaum zu beherrschen sind und die zu immer wieder auftretenden Blutungen führen.

Bösartige Krankheiten, die eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) als Therapie erfordern, sind:

  • Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom oder Korpuskarzinom): Hierbei handelt es sich um den häufigsten bösartigen Tumor eines für die Fortpflanzung unverzichtbaren Organs. Hinweis: Brustkrebs ist weitaus häufiger, die Brüste zählen aber nicht zu den für die Fortpflanzung unabdingbaren, sog. primären Geschlechtsteilen.
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • Gebärmutterhalskebs (Zervixkarzinom): Ob eine Gebärmutterentfernung nötig ist, hängt davon ab, wie weit der Gebärmutterhalskrebs fortgeschritten ist. Der Arzt rät in folgenden Situationen meist zu einer Hysterektomie, auch wenn der Krebs sich noch in einem Anfangsstadium befindet:
    • wenn bei der Frau kein Kinderwunsch mehr besteht
    • wenn die Betroffene ihre letzte Regelblutung (Menopause) bereits hatte und sich somit in der sogenannten Postmenopause befindet oder
    • wenn zusätzliche Erkrankungen der Gebärmutter vorliegen (z.B. etliche Muskelgeschwülste, d.h. Myome, wie beim Uterus myomatosus)