Gebärmutter­entfernung (Hysterektomie): Abdominale Hysterektomie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. März 2014)

Der Arzt kann die Gebärmutter auch über einen Zugang (Schnitt) durch die Bauchdecke entfernen. Diese sogenannte abdominale Hysterektomie ist die Methode der Wahl, wenn eine bösartige Erkrankung der Gebärmutter (Uterus) oder der Eierstöcke vorliegt. Auch bei sehr großem Uterus, ausgeprägter Endometriose (Gebärmutterschleimhaut findet sich auch außerhalb der Gebärmutter) oder Verwachsungen wählt der Operateur diese Methode.

Vorteil: Das Verfahren gibt dem Arzt eine gute Übersicht über das Operationsgebiet und ermöglicht ihm, die Bauchhöhle nach auffälligen Befunden zu "durchsuchen".

Nachteil: Der Bauchschnitt führt dazu, dass die Frau anschließend stärkere Beschwerden hat als nach einer Gebärmutterentfernung durch die Scheide oder nach einer Bauchspiegelung.

Es gibt drei verschiedene Vorgehensweisen, die Gebärmutter über die Bauchdecke zu entfernen:

  1. "Einfache" abdominale Hysterektomie: Gebärmutterentfernung über einen Bauchschnitt
  2. Erweiterte abdominale Hysterektomie (Operation nach Wertheim-Meigs): Es handelt sich um eine umfangreiche Operation, die die Entfernung der Gebärmutter, des Halteapparates (Bänder aus Bindegewebe) und unter Umständen eines Teils der Scheide (sog. Scheidenmanschette) umfasst. Außerdem entnimmt der Arzt Lymphknoten, Binde- und Fettgewebe im Bereich des kleinen Beckens und eventuell zusätzlich aus dem Bereich neben der Hauptschlagader (Aorta). Je nach Art des Tumors entfernt er außerdem die Eierstöcke und Eileiter. Die fachliche Bezeichnung für Eierstöcke und Eileiter zusammen lautet Adnexe.
  3. Der Arzt entfernt nur den Gebärmutterkörper, den Gebärmutterhals (die Zervix) belässt er. Daher auch der Name suprazervikale abdominale Hysterektomie: "supra" steht für "oberhalb", "zervikal" für "Gebärmutterhals". Dieses Vorgehen zählt zu den sogenannten "subtotalen" Gebärmutterentfernungen, bei denen der Arzt das Organ nicht als Ganzes ("total") entfernt.