Extrakorporale Stoßwellentherapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Dezember 2014)

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Unter einer extrakorporalen Stoßwellentherapie versteht man eine Therapie mit hoch energetischen kurzen Schallwellen – den sogenannten Stoßwellen. In der Urologie setzten Ärzte Stoßwellen schon seit den 1980er Jahre ein, um Nieren- oder Blasensteine zu zerkleinern.

Seit Ende der 1980er Jahren kommt die extrakorporale Stoßwellentherapie nicht nur in der Urologie, sondern ebenfalls in der Orthopädie zum Einsatz. Damals stellte man fest, dass Stoßwellen die knochenbildenden Zellen anregen können. Dadurch wachsen schlecht heilende Knochenbrüche schneller wieder zusammen.

Seit einiger Zeit wenden Ärzte dieses Verfahren auch zur Behandlung von Weichteilbeschwerden an – dazu zählen zum Beispiel

Neben diesen Standardanwendungen setzen Ärzte die extrakorporale Stoßwellentherapie außerdem auch bei einer schmerzhaften Achillessehne (Achillodynie) und einem Golferellenbogen ein.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für die extrakorporale Stoßwellentherapie nicht. Privatversicherungen, Beihilfestellen der Länder und des Bundes und Berufsgenossenschaften erstatten die Kosten der Behandlung bei einigen Krankheitsbildern.

Bevor der Arzt jedoch eine extrakorporale Stoßwellentherapie durchführt, lokalisiert er zunächst den krankhaften Bereich durch eine Ultraschalluntersuchung oder mithilfe von Röntgenbildern. Anschließend stellt er den Schallkopf des Stoßwellengeräts exakt auf den erkrankten Bereich ein. Je nach Erkrankung ist auch die Anzahl der Impulse pro Sitzung unterschiedlich.

Die Behandlungen mit geringer Energie führt der Arzt in der Regel ohne Betäubung und ambulant durch. Nur bei Therapien mit höherer Energie ist eine örtliche Betäubung notwendig.

Im Normalfall reichen bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie drei Behandlungen aus. Nur in wenigen Fällen ist eine vierte oder fünfte Sitzung erforderlich.

Mit schwerwiegenden Komplikationen und Risiken ist bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie nicht zu rechnen. In manchen Fällen können Schwellungen oder oberflächliche Hauteinblutungen entstehen. Selten verstärkt sich der Schmerz im behandelnden Gebiet.