Entzündungswerte (Entzündungszeichen) im Blut: C-reaktives Protein

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (16. Oktober 2013)

Die Entzündungswerte (Entzündungszeichen) im Blut haben eine unterschiedliche Reaktionsgeschwindigkeit: C-reaktives Protein (CRP) reagiert im Vergleich zur Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) schneller. Der CRP-Wert steigt etwa 6 bis 10 Stunden nach Erkrankungsbeginn im Blut; außerdem normalisiert sich dieser Blutwert nach Beendigung der Erkrankung schneller (nach etwa 2 Wochen) als die BSG. Daher sind die CRP-Werte in der Diagnostik akuter Infektionen der BSG als Entzündungsmarker überlegen. Einzig bei Autoimmunerkrankungen kann es vorkommen, dass der CRP-Wert im Blut kaum oder nicht erhöht ist, während die BSG fast immer beschleunigt ist.

Die beiden Entzündungswerte CRP und BSG unterscheiden sich in einem weiteren Punkt: Wie viel C-reaktives Protein sich im Blut findet, hängt nicht von anderen Einflüssen wie einer Schwangerschaft ab.

Wegen der Unterschiede, die C-reaktives Protein und Blutsenkungsgeschwindigkeit aufweisen, kann der Arzt – je nachdem, welche Entzündungswerte im Blut erhöht sind – Rückschlüsse auf die Ursachen für die veränderten Blutwerte ziehen:

Das C-reaktive Protein gehört zu den sogenannten Akute-Phase-Proteinen und bildet sich in der Leber: Im Verlauf einer Entzündung schütten die direkt an der Entzündung beteiligten weißen Blutkörperchen (Leukozyten) – die Makrophagen und Granulozyten – Botenstoffe aus. Diese Botenstoffe (sog. Zytokine) zirkulieren im Blut und lösen in der Leber eine Reaktion aus, in deren Verlauf die Leber C-reaktives Protein ausschüttet, was erhöhte Entzündungswerte im Blut verursacht. Die Überprüfung der CRP-Werte ist vor allem hilfreich, um bakterielle Infektionen zu diagnostizieren – aber auch, um zum Beispiel zwischen Bakterien- und Virusinfektionen zu unterscheiden, mögliche Komplikationen nach einer Operation schnell zu erkennen oder um den Erfolg einer Antibiotika-Behandlung zu überprüfen.


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