Elektrolyte: Kalium (K+)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. September 2014)

Das Elektrolyt-Ion Kalium (K+) ist ein positiv geladenes Teilchen (ein sog. Kation). Während außerhalb der Zellen (im sog. extrazellulären Raum) die Elektrolyt-Ionen Natrium und Chlorid den mengenmäßig wichtigsten Bestandteil bilden, befindet sich Kalium im menschlichen Körper vor allem innerhalb der Zellen (intrazellulär) und nur zu einem kleinen Bruchteil im Blutkreislauf außerhalb der Zellen.

Ursachen für eine gestörte Kaliumkonzentration im Blut sind deshalb oft Verteilungsstörungen zwischen den Zellen und dem extrazellulären Raum. Aber auch Nierenschäden verursachen eine Störung der Kaliummenge im Blut.

Kaliumhaltige Elektrolyte kommen in zahlreichen Nahrungsbestandteilen vor: Besonders Lebensmittel wie frisches Gemüse und Obst enthalten viel Kalium. Der Körper scheidet diesen Mineralstoff in erster Linie über die Nieren aus, in geringem Maß auch über den Darm oder die Haut (durch Schwitzen).

Kalium ist für die elektrische Funktion aller Körperzellen wichtig. Vor allem Muskel- und Nervenzellen sind in ihrer Funktion von einem normalen Kaliumwert abhängig. Welche Auswirkung das Elektrolyt-Ion hierbei hat, ist besonders deutlich am Herzmuskel zu sehen: Schwere Störungen im Kaliumhaushalt sind häufig auch unabhängig von den Laborwerten im Elektrokardiogramm (EKG) zu erkennen und können zu lebensbedrohlichen Funktionsstörungen des Herzens führen.

Die häufigste das Kalium betreffende Elektrolytstörung ist der Kaliummangel (Hypokaliämie). Ein Mangel an Kalium entsteht meist durch Verluste über die Nieren oder das Verdauungssystem. Ein erhöhter Kaliumwert kann sich fälschlicherweise ergeben, wenn es in der Blutprobe zu einer Auflösung der roten Blutkörperchen gekommen ist (Hämolyse). Das kann zum Beispiel vorkommen, wenn der Arm bei der Blutabnahme zu lange gestaut ist oder die Probe zu lange stehen bleibt.

Mögliche Ursachen für erhöhte Kaliumwerte (Hyperkaliämie) sind:

Mögliche Ursachen für niedrige Kaliumwerte (Hypokaliämie) sind:

  • Kaliumverluste über die Niere (durch Diuretika, Hyperaldosteronismus, Cushing-Syndrom)
  • Kaliumverluste über den Magen-Darm-Trakt (durch Erbrechen, Durchfall, Abführmittelmissbrauch)
  • Kaliumbewegung aus dem Blutkreislauf in die Zellen (z.B. bei durch Stoffwechsel oder Atmung entstandenem Anstieg des pH-Werts im Blut [= metabolische oder respiratorische Alkalose], durch Insulingabe)