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EEG (Elektroenzephalo­graphie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Februar 2011)

© Jupiterimages/iStockphoto

Mit einer EEG-Untersuchung (Elektroenzephalographie; elektro = Strom, enzephalo = gehirn, graphie = Aufzeichnung) lassen sich Hirnströme als Maßeinheit für die elektrische Aktivität des Gehirns bestimmen. Elektrische Aktivität entsteht durch die Signalübertragung der Nervenzellen im Gehirn. Beim EEG erfassen auf dem Kopf befestigte Elektroden die Hirnströme, verstärken sie und zeichnen sie über EEG-Frequenzbänder in Form von Wellen auf.

Die elektrische Aktivität des Gehirns ist nicht immer gleich: Sie hängt davon ab, ob jemand wach ist oder schläft, wie alt ein Mensch ist und in welcher Hirnregion sie entsteht. Ein EEG dient vor allem dazu, Unregelmäßigkeiten der elektrischen Aktivität zu erfassen und Funktionsstörungen des Gehirns aufzudecken.

Die Elektroenzephalographie verlor an Bedeutung, als moderne bildgebende Verfahren wie die Computertomographie oder Magnetresonanztomographie entwickelt wurden. Diese Verfahren können Schädigungen des Gehirns in der Regel besser darstellen. Weil sich die Elektroenzephalographie aber einfach und komplikationslos durchführen lässt und insbesondere bei Epilepsien eine gute Aussagekraft besitzt, wird sie heute noch angewandt. Auch zum Nachweis von altersabhängigen Hirnreifungsstörungen, bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und zur Feststellung eines Hirntodes kommt das EEG zum Einsatz.

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Ein EEG kann auch im Rahmen eines Neurofeedbacks (EEG-Biofeedback) genutzt werden. Das Neurofeedback ist eine Form des Biofeedbacks. Es dient der bewussten Kontrolle der elektrischen Hirnaktivität, die durch computergestützte EEG-Geräte erfasst, in verschiedene Frequenzanteile zerlegt und in audio-visueller Form durch das Gerät zurückgemeldet wird.

Eine EEG-Untersuchung dauert circa eine Stunde und ist völlig schmerzfrei. In den meisten Fällen ist der Patient wach – er sitzt bequem auf einem Stuhl und sollte möglichst entspannt sein – Verspannungen beeinflussen und erschweren die Messung der Hirnströme. Die Elektroden werden nach einem international festgelegten Schema an bestimmten Positionen auf dem Kopf verteilt. Um epilepsietypische Veränderungen darzustellen, werden in manchen Fällen zusätzliche Provokationsmethoden angewendet. Dazu gehören Hyperventilation, Photostimulation und Schlafentzug.

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