Drogen-Screening, Drogentest: Untersuchungsmethoden

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. März 2013)

GC/MS

Ein Drogen-Screening umfasst verschiedene Drogentests beziehungsweise Untersuchungsmethoden. Die Gaschromatographie-Massenspektrometrie ist die Standardmethode unter den Drogentests. Sie ist sehr beweiskräftig, spezifisch und ermittelt auch in niedrigen Konzentrationen Drogen und Drogenrückstände. Als Schnelltest oder Vortest ist sie nicht geeignet. Die kurz als GC/MS bezeichnete Untersuchung beruht auf den unterschiedlichen Eigenschaften von Substanzen. Um zu verstehen, wie eine Gaschromatographie-Massenspektrometrie funktioniert, ist es sinnvoll, die einzelnen Komponenten genauer anzuschauen.

Die erste Station dieses Verfahrens ist der Gaschromatograph (GC). Vereinfacht gesagt trennt der GC das Probenmaterial zunächst in seine einzelnen Komponenten auf. Dazu spritzt man die Probe in das Gerät. Durch Erhitzen versetzt der Gaschromatograph die Probe (meist Urin) in einen Gaszustand und vermischt sie mit einem Trägergas. Diese Trägersubstanz transportiert die Probe innerhalb des Messgeräts – meist durch ein langes Röhrchen – langsam weiter, wobei sich die einzelnen Bausteine (Moleküle) auftrennen. Große Moleküle der Probe sind relativ träge und "wandern" langsam durch den Chromatographen, kleine Moleküle sind eher schneller unterwegs. Ein Sensor erfasst während der Messung, wie viele Teilchen an ihm vorbeiströmen. Drogen, also Stoffe, die eigentlich nicht in die Probe gehören, können dabei bereits auffallen. Ähnlich wie der Gaschromatograph funktioniert ein Flüssigkeitschromatograph. Auch hier wird ein Probengemisch gemäß der Wanderungsgeschwindigkeit in seine Einzelsubstanzen aufgetrennt. Im Unterschied zum Gaschromatographen, strömen die Moleküle bei der Flüssigchromatographie jedoch zusammen mit einer Trägerflüssigkeit durch ein langes dünnes Röhrchen (Kapillare).

Die zweite Komponente eines GC/MS ist das sogenannte Massenspektrometer (MS). Das MS trennt das Probengemisch noch weiter auf, um die Messung noch genauer zu machen. Der MS nutzt weitere Eigenschaften der Teilchen (z.B. Gewicht, Ladung), um sie voneinander zu unterscheiden. Die Moleküle werden im Gerät durch ein elektrisches Feld geschickt, wo sie unterschiedlich stark abgelenkt werden. Ein Messfühler (Detektor) misst, welche Bahn die einzelnen Probenmoleküle im elektrischen Feld des Massenspektrometers genommen haben.

Die Messergebnisse werden anschließend verrechnet und in Form einer Messkurve ausgedruckt. Auf diesem Weg entsteht eine Art Fingerabdruck der Probe, der durch den Vergleich mit bekannten Proben eine konkrete Aussage zulässt, welche Stoffe in der Probe vorhanden sind. Ein Drogen-Screening mithilfe einer Gaschromatographie-Massenspektrometrie erlaubt sowohl den Nachweis von Bio-Drogen (z.B. Engelstrompete, Muskatnuss, Khat oder bestimmte Pilze), als auch von synthetischen Drogen wie Ecstasy.

Verwenden medizinische Labore für einen Drogentest im Rahmen eines Drogen-Screenings die Gaschromatographie-Massenspektrometrie, reichen in der Regel bereits sehr geringe Substanzmengen aus, um einen eindeutigen Nachweis der jeweiligen Droge zu liefern. Ein solches GS/MS-(bzw. LC/MS)-Gerät zu benutzen, zu eichen und Instand zu setzen sowie die laufende Finanzierung setzen allerdings ein entsprechendes Budget voraus. GC/MS (bzw. LC/MS)-Untersuchungen eignen sich daher nur bei speziellen Fragestellungen oder weiterführenden Überprüfungen. Sie sind beim Drogen-Screening nicht als "Standard-Schnelltest für Drogen" geeignet.

RIA (Radioimmunoassey)

Beim Drogen-Screening gehört der Drogentest mittels Radioimmunoassay (RIA) zu den älteren Untersuchungsmethoden. Auch er erlaubt es, einen Drogenkonsum nachzuweisen. Dabei konkurrieren spezielle Moleküle, etwa Eiweiße, in der untersuchten Probe mit anderen, radioaktiv markierten Molekülen (Antigene) um Bindungsstellen auf einer Messplatte. Nach einer vorher festgelegten Zeit misst man die Menge der Radioaktivität auf der Platte. Aus diesem Wert lässt sich dann errechnen, ob und wie viel einer Droge – oder deren Abbauprodukte – in der Probe vorhanden war. Drogen-Screening mittels Radioimmunoassay spielt heute allerdings kaum noch eine Rolle, da die Methode aufwendig und kostspielig ist.

EIA (Enzymimmunoassay)

Um Drogen oder Medikamente zu ermitteln, nutzen medizinische Laboratorien für das Drogen-Screening heute verschiedene andere Drogentest-Arten. Ein Beispiel ist der Enzymimmunoassay (EIA): Hier nutzt man leuchtende (fluoreszierende) beziehungsweise farbverändernde Substanzen, um Drogen nachzuweisen. Dieses Testverfahren wird häufig für schnelle Drogentests eingesetzt, die vor Ort und ohne weitere Hilfsmittel ein Ergebnis liefern sollen. Bei dieser Methode können jedoch mitunter fehlerhafte Ergebnissen auftreten. Ein genauerer Drogentest, der ein verdächtiges oder nicht eindeutiges Ergebnis bestätigt, ist dann hilfreich.