Differential­blutbild

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (11. Oktober 2013)

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Um die Blutzusammensetzung zu untersuchen, stehen zwei Methoden zur Verfügung: das kleine Blutbild und das Differentialblutbild. Die Werte beider Untersuchungen zusammen ergeben ein großes Blutbild.

Da viele Krankheiten die Anzahl und Beschaffenheit der Blutzellen oder anderer Blutbestandteile verändern, ist eine Blutuntersuchung für die Krankheitsdiagnose oft unentbehrlich. Dabei liefert ein kleines Blutbild einen Überblick über die Anzahl folgender Blutbestandteile: weiße und rote Blutkörperchen (Leukozyten und Erythrozyten) sowie Blutplättchen (Thrombozyten). Das Differentialblutbild hingegen dient dazu, die Unterarten der weißen Blutkörperchen zu differenzieren (d.h. zu unterscheiden) – daher der Name "Differentialblutbild". Da weiße Blutkörperchen ein wichtiger Teil des Immunsystems sind, kann man anhand der Anzahl und Verteilung der einzelnen Unterarten Rückschlüsse auf Krankheiten ziehen.

Außerdem zeigt das Differentialblutbild die Beschaffenheit aller Blutzellen: Dieser Befund ist ebenfalls wichtig für die Diagnose, denn wenn die Form oder Größe der Blutzellen verändert ist, kann dies auf verschiedene Erkrankungen oder Mangelzustände hinweisen. Sind zum Beispiel die roten Blutkörperchen verkleinert oder unterschiedlich geformt, kann ein Eisenmangel vorliegen, während ovale oder vergrößerte Blutzellen auf einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel hindeuten. Darüber hinaus ist es möglich zu prüfen, ob sich noch andere Bestandteile (z.B. Erreger der Malaria) im Differentialblut befinden.

Um ein Differentialblutbild zu erstellen, färbt man die Blutzellen mit einem speziellen Farbstoff an, da man sie so besser unterscheiden kann.

Unter Normalbedingungen liegen die Unterarten der weißen Blutkörperchen in einem Differentialblutbild bei Erwachsenen in folgenden Anteilen vor:

Leukozyten-UnterartAnteil im Blut
Granulozyten:
– stabkernige Neutrophile 3 bis 5%
– segmentkernige Neutrophile 54 bis 62%
– Eosinophile 1 bis 4%
– Basophile 0 bis 1%
Monozyten 3 bis 8%
Lymphozyten 25 bis 45%

Die für ein Differentialblutbild geltenden Normwerte können je nach Literatur um wenige Prozentpunkte abweichen. Die (möglichen) Nullwerte kommen dadurch zustande, dass in einer einzelnen untersuchten Blutprobe manchmal beispielsweise keine basophilen Granulozyten vorhanden sind.