Differential­blutbild: Granulozyten

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (11. Oktober 2013)

Wer ein Differentialblutbild erstellt, um die verschiedenen Unterarten weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut zu unterscheiden (d.h. zu differenzieren), findet vor allem Granulozyten: Diese Unterart macht in einer Blutprobe den größten Anteil an weißen Blutkörperchen aus. Je nachdem, wie sich die verschiedenen Granulozyten mit bestimmten chemischen Substanzen anfärben lassen, unterteilt man sie in:

  • Neutrophile,
  • Eosinophile und
  • Basophile.

Neutrophile Granulozyten kann man im Differentialblutbild weiter unterscheiden: in stabkernige und segmentkernige Neutrophile. Dabei stellen die stabkernigen eine frühere Entwicklungsstufe der segmentkernigen reifen Granulozyten dar.

Die Aufgabe der Granulozyten bei der körpereigenen Immunabwehr liegt darin, Bakterien, Viren und Pilze zu bekämpfen. Eosinophile und basophile Granulozyten spielen unter anderem bei allergischen Reaktionen eine wichtige Rolle. Darum tragen die im Differentialblutbild ermittelten Granulozyten-Werte zur Diagnose verschiedener Krankheiten bei:

Eine erhöhte Granulozyten-Zahl im Differentialblutbild kann zum Beispiel folgende Ursachen haben:

Ergibt das Differentialblutbild eine stark verminderte Granulozyten-Zahl im Blut, kann dies unter anderem folgende Gründe haben:

  • eine beginnende Infektionskrankheit, durch die der körpereigene Granulozytenverbrauch stark angestiegen ist
  • eine Knochenmarksschädigung, die eine verminderte Granulozytenproduktion nach sich zieht
  • Cushing-Syndrom
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
  • Stress
  • bestimmte Medikamente (wie Kortison)