Dialyse (Blutwäsche): Verfahren

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. August 2014)

Die Dialyse ist eine künstliche Blutwäsche, die das Blut von Stoffwechselprodukten und Wasser befreit. Dazu nutzt man einen sogenannten Dialysator. Das Dialyse-Gerät leitet das gereinigte Blut anschließend wieder in den Körper zurück. Dabei können verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen.

Es gibt Dialyse-Verfahren, die das Blut außerhalb (extrakorporal) oder innerhalb des Körpers (intrakorporal) reinigen.

Extrakorporale Dialyse

Um das Blut außerhalb des Körpers von schädlichen Substanzen zu reinigen, legt der Arzt in der Regel einen speziellen Gefäßzugang (Shunt), bei dem er künstlich eine Vene mit einer Arterie verbindet. Dazu ist ein kleiner operativer Eingriff nötig. Durch die direkte Verbindung zwischen der Arterie und der Vene weitet sich die Vene und der Blutfluss erhöht sich.

Hämodialyse

Die Hämodialyse ist unter den verschiedenen Dialyse-Verfahren das am häufigsten genutzte Dialyse-Prinzip. Hierbei reinigt ein Filter (Dialysator) das Blut von schädlichen Stoffwechselprodukten. In ihm fließen eine Spülflüssigkeit (Dialysat) und das Blut durch eine dünne Haut (Membran) getrennt in entgegengesetzten Richtungen aneinander vorbei. Die Membran ist für Wasser und Schadstoffe durchlässig.

Darstellung der Dialyse.

So funktioniert die Dialyse schematisch

Zwischen den beiden Seiten des Häutchens besteht ein Konzentrationsunterschied, da im Blut mehr Teilchen beziehungsweise Stoffwechselprodukte, zum Beispiel Harnstoff, vorhanden sind. Die Teilchen folgen dem Konzentrationsgefälle (Diffusion) und treten kontinuierlich durch die Membran in die Spülflüssigkeit über. Das gereinigte Blut fließt anschließend in den Körper zurück.

Menschen, die auf eine künstliche Blutwäsche angewiesen sind, verbringen mehrmals wöchentlich viele Stunden mit der Dialyse. In der Regel dialysieren die Erkrankten dreimal pro Woche jeweils vier bis acht Stunden – abhängig von der verbliebenen Nierenfunktion und ihrer Körpergröße. Bei einer täglichen Dialyse-Behandlung mit einer Dauer von etwa zwei Stunden fühlen sich die Betroffenen meist deutlich leistungsfähiger, weshalb eine sogenannte kontinuierliche Hämodialyse immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Es gibt auch Möglichkeiten, eine Dialyse zu Hause durchzuführen (Heimdialyse). Hierbei kann der Erkrankte die Behandlung einfacher an seine individuellen Bedürfnisse anpassen. Die Heimdialyse ist in Deutschland jedoch nicht sehr verbreitet.

Hämodiafiltration

Ein weiteres Dialyse-Verfahren ist die Hämodiafiltration. Ebenso wie bei der Hämodialyse wird das Blut auch bei diesem Verfahren außerhalb des Körpers gereinigt (extrakorporales Verfahren). Hierbei wird das Blut durch eine großporige Trennschicht (Membran) gefiltert. Außerdem nutzt dieses Verfahren den Blutdruck, welcher große Mengen Blutflüssigkeit (Plasma) über die Membran aus dem Blut drückt. Der Flüssigkeitsverlust lässt sich durch spezielle Mineralstofflösungen ausgleichen. Nach der Reinigung strömt das Blut in den Körper zurück.