Dialyse (Blutwäsche): Komplikationen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. August 2014)

Bei Verfahren der Dialyse (Blutwäsche), die das Blut außerhalb des Körpers (extrakorporal) reinigen, treten selten Komplikationen auf. Möglich sind jedoch Blutdruckabfälle und eine Infektion des operativ gelegten Gefäßzugangs (Shunt). Da der Shunt drei- bis viermal in der Woche punktiert wird, um das Blut zu reinigen, besteht die Möglichkeit, dass sich die Einstichstelle mit Bakterien infiziert. Außerdem können sich am Shunt Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden, die das Gefäß verschließen und damit für die Dialyse unbrauchbar machen. Mit einem operativen Eingriff kann ein Arzt das Gerinnsel jedoch häufig entfernen und den Shunt dadurch wieder durchgängig machen.

Bei der Peritonealdialyse, die das Blut innerhalb des Körpers wäscht, besteht die Möglichkeit, dass sich das Bauchfell entzündet (Peritonitis). Dies geschieht, wenn Bakterien über den in die Bauchdecke eingepflanzten Schlauch in die Bauchhöhle eintreten und zu einer schmerzhaften Infektion führen. Eine Peritonitis kann unter Umständen lebensbedrohlich sein. In der Regel lässt sich eine solche Entzündung jedoch mit Antibiotika gut behandeln.

Menschen mit schweren Nierenschäden sollten sehr auf ihre Ernährung achten. Viele Komplikationen, die bei Dialyse-Patienten auftreten, stehen im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme. Da die Nieren ihre Reinigungs- und Ausscheidungsfunktion nicht mehr ausreichend übernehmen, dürfen die Betroffenen oft nur begrenzte Mengen an Flüssigkeit zu sich nehmen. Außerdem müssen sie sehr auf ihre Eiweiß- und Kaliumzufuhr achten, da diese Stoffe im Übermaß bei Dialyse-Patienten lebensbedrohliche Stoffwechselstörungen verursachen können.

Bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) ist meist viel Phosphat im Blut vorhanden, was Gefäßschäden wie Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verursachen kann. Wenn die Phosphatkonzentration im Blut trotz phosphatarmer Ernährung zu hoch ist, helfen sogenannte Phosphatbinder. Sie verbinden sich im Magen-Darm-Trakt mit dem über die Nahrung aufgenommenen Phosphat und werden anschließend ausgeschieden. Es gibt verschiedene Arten von Phosphatbindern, zum Beispiel mit oder ohne Aluminium oder Calcium, die den gestörten Mineralhaushalt von Dialyse-Patienten verbessern können.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen scheinen die calciumfreien Wirkstoffe die geringsten Nebenwirkungen zu verursachen. Aluminiumhaltige Phosphatbinder werden heutzutage wegen ihrer Nebenwirkungen nicht mehr empfohlen. Eine langjährige Therapie mit aluminiumhaltigen Phosphatbindern kann zu Ablagerungen von Aluminium im Gehirn und in den Knochen führen. Die Folge davon sind eine Verschlechterung der Hirnfunktion (Demenz) und Einschränkungen der Beweglichkeit.

Um möglichen Infektionen mit Hepatitis B, Hepatitis C und HIV über eine Dialyse vorzubeugen, herrschen in den Dialyse-Zentren strengste hygienische Vorschriften für die Reinigung der Dialyse-Geräte. Menschen, bei denen eine solche Infektion bekannt ist, erhalten für ihre Behandlung eigene Dialyse-Maschinen, die für keinen anderen Patienten verwendet werden. Zusätzlich wird allen Dialyse-Patienten eine aktive Schutzimpfung gegen Hepatitis B empfohlen.