Defibrillator: Technik

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (08. Mai 2015)

Ein Defibrillator verfügt über eine spezielle Technik: Der zentrale Bestandteil eines Defibrillators ist ein Kondensator, der die elektrische Energie speichert. Um den Herzmuskel mit einem gezielten elektrischen Stromimpuls (Defibrillation) wieder in den normalen Schlagrhythmus zu bringen, klebt man großflächige Elektroden auf den Brustkorb des Patienten oder hält ihm die Elektroden an den Körper. Die Elektroden laden die Energie (ähnlich einem Foto-Blitzgerät) und geben sie auf Knopfdruck an den Patienten ab.

Wer den "Defi" bedient, kann die Energiemenge des Stromschlags regulieren – sofern das Gerät sie nicht (wie ein AED bzw. automatisierter externer Defibrillator) – automatisch bemisst. Die Stromimpulse von Defibrillatoren unterscheiden sich leicht von Hersteller zu Hersteller. Als Mittelwerte gelten:

  • Spannungen zwischen 1.000 und 2.000 Volt (V)
  • Anfangsströme von etwa 20 bis 30 Ampere (A)
  • Energie von 150 bis 360 Joule (J) bei Erwachsenen

Ein moderner Defibrillator arbeitet biphasisch (mit zwei Phasen). Das bedeutet, dass während der Defibrillation die Spannung zwischen den beiden Elektroden wechselt. Aus dem Pluspol wird ein Minuspol und umgekehrt. Der Polwechsel spart Energie und gewährleistet einen effektiven Einsatz des Defibrillators. Ein biphasischer "Defi" schont das Herz und auch die Haut durch den geringeren elektrischen Strom.

Oftmals beinhaltet ein Defibrillator weitere Funktionen, die in der Intensivüberwachung und -therapie wichtig sind: wie etwa ein EKG (Messung der elektrischen Aktivität der Herzmuskelzellen), ein Pulsoximeter (Messung des Sauerstoffgehalts im Blut), einen Herzschrittmacher oder auch eine Blutdruckmessung. Dies ermöglicht dem Krankenhaus- und Rettungsdienstpersonal, einen Patienten mit nur einem "Defi" umfassend zu therapieren und zu überwachen.