Defibrillator: Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD)

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (08. Mai 2015)

Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (engl.: implantable cardioverter-defibrillator, ICD) ist ein besonders kleiner Defibrillator, den man in den Körper einsetzen oder einpflanzen (= implantieren) kann. Er besteht aus einem Mikrocomputer und einer langlebigen Batterie in einem gewebefreundlichen Titangehäuse. In der Regel pflanzen Ärzte den implantierbaren Kardioverter-Defibrillator unter den großen Brustmuskel oder unter die Haut ein. Zwei kleine Leitungen – auch Elektroden oder Sonden genannt – stellen die Verbindung zwischen dem eingepflanzten "Defi" und dem Herzmuskel her. Je nach Bedarf gibt der ICD elektrische Impulse unterschiedlicher Stärke durch die Elektroden an das Herz ab. Der Arzt kann das Gerät schmerzfrei durch die Haut über ein spezielles Programmiergerät an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anpassen.

Bedarfsangepasste Therapie mit dem ICD

Der heutzutage eingesetzte ICD ist nicht nur ein reiner Defibrillator, sondern kann nach der Implantation – ähnlich einem Herzschrittmacher – auf verschiedene Herzrhythmusstörungen flexibel reagieren und je nach Bedarf Impulse unterschiedlicher Stärke abgeben. Der ICD reagiert auf einen zu schnellen Herzschlag ebenso wirksam wie auf einen verlangsamten: In ersterem Falle spricht man von antitachykarder, in zweitem von antibradykarder Stimulation. Der Patient nimmt die von seinem "Defi" abgegebenen Impulse in der Regel nicht wahr.

Auch auf lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie ein Kammerflattern kann der implantierbare Kardioverter-Defibrillator flexibel regieren. Zuerst setzt der ICD, abhängig von der elektrischen Aktivität der Herzmuskelzellen, gezielt einen schwachen Stromimpuls frei (sogenannte Kardioversion), der den Herzrhythmus wiederherstellen soll. Dieser Impuls ist für den Patienten wenig belastend, aber dennoch spürbar.

Normalisiert sich der Herzschlag nicht, führt der implantierbare Kardioverter-Defibrillator eine sofortige Defibrillation durch: Hierbei gibt der "Defi" einen kurzen hochenergetischen elektrischen Impuls an den Herzmuskel ab. Betroffene beschreiben diesen lebensrettenden Impuls vom Gefühl her wie einen "Schlag vor die Brust". Der ICD trägt so dazu bei, den plötzlichen Herztod zu vermeiden und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zu beenden.

Nachsorge

Bei den Nachsorgeterminen kontrolliert der Arzt sowohl die Einstellungen des ICD als auch die Lebensdauer der Batterie. Wenn nötig, stellt er die Funktionen neu ein. Die Daten lassen sich in der Regel drahtlos durch die Haut über ein Programmiergerät abrufen An ihnen erkennt der Arzt auch, ob beziehungsweise wann der Defibrillator aktiv geworden ist und wie das Herz zu diesem Zeitpunkt geschlagen hat.