Defibrillator: AED als Notfall-Defibrillator

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (08. Mai 2015)

Der Defibrillator ist ein wichtiges Gerät zur Ersten Hilfe bei Kammerflimmern oder bestimmten anderen Herznotfällen. Allgemein empfiehlt es sich, als Ersthelfer notfallmäßig einen "Defi" einzusetzen, wenn:

  • der Verunglückte bewusstlos ist, nicht (regelmäßig) atmet und keinen Pulsschlag hat,
  • ein AED (automatisierter externer Defibrillator) verfügbar ist,
  • der Notarzt verständigt, aber noch nicht eingetroffen ist.

Ein automatisierter externer Defibrillator misst vor der eigentlichen Defibrillation (also dem Stromschlag) zunächst die Herzaktivität. Der AED wird nur dann aktiv, wenn wirklich ein Stromschlag notwendig ist. Zudem gibt der "Defi" genaue Anweisungen, wie er anzuwenden ist, ebenso animiert er den Helfer zur Herz-Lungen-Wiederbelebung. Halten Sie sich genau an die Anweisungen. 

Hinweise zur Ersten Hilfe mit einem Defibrillator:

  • Prüfen Sie, ob der Verunglückte ansprechbar ist, ob er atmet und ob sein Puls fühlbar ist.
  • Verständigen Sie umgehend den Notarzt (unter der Notrufnummer 112) oder lassen Sie ihn verständigen. Holen Sie den AED oder lassen Sie ihn sich bringen, wenn der Verunglückte keinen Puls hat.
  • Haben Sie den Unfall beobachtet und liegt er erst kurz zurück, können Sie nach Rücksprache mit dem Notarzt sofort mit der Defibrillation beginnen. Starten Sie ansonsten zunächst mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Befreien Sie dafür den Oberkörper des Verunglückten von Kleidung.
  • Unterbrechen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung nur kurz für die Defibrillation. Dies klappt leichter, wenn man zu zweit arbeitet und sich abwechseln kann. Achtung: vor der Anwendung den Defibrillator einschalten!
  • Halten Sie sich ganz genau an die Anweisungen des Gerätes.
  • Benutzen Sie den Defibrillator nicht, wenn mit reinem Sauerstoff gearbeitet wird oder Alkoholdämpfe beziehungsweise Dämpfe brennbarer oder explosionsfähiger Substanzen im Raum sind (beispielsweise ist dies bei Betriebsunfällen besonders wichtig).
  • Achten Sie darauf, dass der Brustkorb des Verunglückten trocken ist (z.B. bei Badeunfällen oder bei Regen).
  • Entfernen Sie eventuell vorhandene Medikamentenpflaster von der Brust des Verunglückten.
  • Kurz bevor bzw. während Sie den Stromstroß einsetzen, ist es wichtig, den Verunglückten nicht zu berühren. Warnen Sie außerdem alle weiteren Ersthelfer.
  • Direkt nach dem Stromstoß ist es empfehlenswert, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung fortzufahren. Achten Sie auf die Anweisungen des Gerätes.

Mit Erster Hilfe und gegebenenfalls mit einem Defibrillator verbessern Sie die Chancen des Verunglückten, wieder gesund zu werden. Um in Notfällen sicher zu handeln, empfiehlt es sich, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen. Dort lernen Sie meist auch die Anwendung eines AED.

Ein Schild weist darauf hin, dass hier ein AED (automatischer externer Defibrillator) verfügbar ist. © iStock

Immer mehr Firmen und öffentliche Einrichtungen im In- und Ausland sind mit automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) ausgestattet, die auch Laien bedienen können: Im Notfall müssen Sie den AED nur einschalten und die Sprachanweisungen befolgen.

Sind Sie sich bei einem Notfall unsicher, wie Sie dem Verunglückten helfen sollen, informieren Sie zunächst den Notarzt und befolgen Sie die jeweiligen Anweisungen, so gut Sie können. Bereits dies verbessert die Überlebenschancen des Verunglückten meist deutlich.