Darmkrebsfrüherkennung: Was wird untersucht?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (06. April 2017)

Neben einem ausführlichen Gespräch über eventuell vorliegende Risikofaktoren gehören je nach Alter oder persönlicher Situation folgende Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung ("Darmkrebsvorsorge"):

Immunologischer Stuhltest

Den sogenannten immunologischen Stuhltest (immunologischer fäkaler Okkultbluttests, abgekürzt iFOBT) bieten die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) seit April 2017 für Personen ab dem 50. bis zum 54. Lebensjahr jährlich an. Der Schnelltest macht kleinste, für das Auge nicht erkennbare Mengen Blut im Stuhl sichtbar und ist einfach durchzuführen: Der Betroffene trägt mit einem Spatel eine kleine Stuhlprobe auf einen Papierstreifen auf. Der Arzt schickt den Test zur Auswertung ins Labor. Weist der Test Blut im Stuhl nach, wird die Ursache in der Regel mit einer Darmspiegelung näher untersucht. Der immunologische Stuhltest löst den bisherigen sogenannten Hämoccult-Test ab, der bis Ende März 2017 zum Standardangebot der Darmkrebsfrüherkennung zählte. Der immunologische Stuhltest gilt als zuverlässiger und weniger störanfällig. 

Darmspiegelung (Koloskopie)

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung bieten die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr an. Die Darmspiegelung ist nicht nur die genaueste Früherkennungsuntersuchung, sie ermöglicht auch die gleichzeitige Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) sowie die sofortige Entfernung eventueller Darmpolypen, also gutartiger Krebsvorläufer. Ist die Darmspiegelung ohne Befund, braucht man sie erst nach zehn Jahren zu wiederholen.

Möchte oder kann man die Darmspiegelung nicht wahrnehmen, ist ab dem 55. Lebensjahr alternativ alle zwei Jahre ein immunologischer Stuhltest möglich.