Chemotherapie-Nebenwirkungen: Erschöpfung und Müdigkeit

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. August 2014)

Im Rahmen einer Chemotherapie können auch Nebenwirkungen auftreten, welche die einzelnen Blutbestandteile betreffen. So ist die Anzahl an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) häufig verringert. Die verabreichten Zytostatika schädigen diese Zellen, die im Blut den Sauerstoff transportieren. Außerdem kann eine Chemotherapie auch Nierenschädigungen als Nebenwirkungen verursachen. Die Niere kann dann nicht ausreichend das Hormon Erythropoetin (Epo) bilden, das für die Bildung und Reifung der roten Blutkörperchen zuständig ist.

Dadurch entsteht eine mehr oder weniger starke Blutarmut (Anämie). Das hat zur Folge, dass die Gewebe und Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Die Betroffenen sind blass und fühlen sich abgeschlagen. Oftmals treten infolge einer Chemotherapie auch Erschöpfung und Müdigkeit als Nebenwirkungen auf – von Medizinern auch als Fatigue bezeichnet. Der Mangel an Erythrozyten gilt als eine mögliche Ursache von Fatigue bei Krebspatienten. In schweren Fällen sind die Betroffenen kaum noch in der Lage, die Anforderungen ihres Alltags zu meistern.

Eine Behandlung mit Erythropoetin regt die Neubildung roter Blutkörperchen an. Bei schweren Anämien kann der Arzt auch Erythrozyten-Konzentrat über die Vene verabreichen. Um die Nierenfunktion anzuregen und Nierenschäden durch eine Chemotherapie vorzubeugen, ist zudem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. In manchen Fällen verabreichen Ärzte auch den Wirkstoff Furosemid, der eine vermehrte Flüssigkeitsausscheidung anregt.

Tipps zum Umgang mit Erschöpfung und Müdigkeit

  • Teilen Sie Ihre Kräfte ein. Das Führen eines Tagebuchs hilft, die besten Tageszeiten für Aktivitäten oder Belastungen zu ermitteln.
  • Planen Sie Ihren Tagesablauf voraus. Erledigen Sie zuerst die Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind. Legen Sie zwischendurch immer wieder kurze Ruhepausen ein.
  • Scheuen Sie sich nicht, verstärkt Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen.
  • Stecken Sie sich realistische Ziele und versuchen Sie, Ihre eingeschränkte Leistungsfähigkeit zu akzeptieren.
  • Es ist wichtig, dass Sie gut schlafen. Raumtemperatur, Geräusche oder vorausgegangene Mahlzeiten können Ihren Schlaf beeinträchtigen. Versuchen Sie, optimale Bedingungen herzustellen. Machen Sie ein kurzes Nickerchen, wenn Sie tagsüber schläfrig werden.
  • Eine gesunde Ernährung trägt zu Ihrem Wohlbefinden bei. Versorgen Sie daher Ihren Körper ausreichend mit Vitaminen und Spurenelementen. Essen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten als wenige große. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend trinken.
  • Damit Sie sich entspannen und Kraft schöpfen können, ist es hilfreich, die Krankheit manchmal "beiseite" zu legen. Räumen Sie daher ablenkenden Beschäftigungen wie Lesen, Musikhören, Reden und Spazierengehen genug Zeit ein.
  • Körperliche Bewegung in Form von leichten Ausdauertrainings (wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen) kann Ihre körperliche Leistungsfähigkeit steigern.