Chemotherapie: Wirkstoffe

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. Januar 2014)

Die Wirkstoffe der Chemotherapie, die Zytostatika, unterteilt man – abhängig von ihrem jeweiligen Angriffspunkt beziehungsweise Wirkmechanismus – in folgende Hauptgruppen:

  • Alkylanzien: Alkylanzien zerstören das Erbmaterial (DNA) der Zellen. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel
  • Platin-Verbindungen: In der Chemotherapie kommen auch chemische Verbindungen des Edelmetalls Platin zum Einsatz, etwa Cisplatin oder Carboplatin. Platinhaltige Zytostatika bewirken Querverbindungen innerhalb der DNA. Die Folge: Das Erbgut kann sich nicht verdoppeln und die Zellvermehrung ist gestört.
  • Antimetabolite: Antimetabolite werden als "falsche Bausteine" in die DNA eingebaut und zerstören so das Erbgut der Zellen. Vertreter dieser Gruppe sind die sogenannten Folsäure-Antagonisten (wie Methotrexat oder Pemetrexed), die Pyrimidin-Analoga (wie 5-Fluoruracil) und die Purin-Analoga (z.B. Thioguanin, Azathioprin, Mercaptopurin).
  • Naturstoffe: Zu den Naturstoffen gehören die sogenannten Vinca-Alkaloide (Vincristin, Vinblastin), die aus dem in Brasilien beheimateten Strauch Vinca rosea beziehungsweise dem in Europa wachsenden Kleinen Immergrün (Vinca minor) hergestellt werden. Sie behindern die Zellen während der Zellteilung. Auch die Epipodophyllotoxine (Etoposid, Teniposid) sind Vertreter der Naturstoffe. Ihr Ursprung ist das Podophyllotoxin, das in Extrakten des Maiapfels (Podophyllum peltatum) enthalten ist. Taxane (z.B. Paclitaxel oder Docetaxel) sind eine weitere Wirkstoffgruppe. Sie werden aus der Pazifischen Eibe (Taxus) hergestellt. Auch sie greifen in die Zellteilung ein und behindern diese.
  • Antibiotika: Antibiotika sind ursprünglich natürliche Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien. Einige Antibiotika wirken so stark hemmend auf die Zellteilung, dass sie auch im Rahmen einer Chemotherapie von Krebs eingesetzt werden. Vertreter solcher Antibiotika sind
    • Dactinomycin
    • Bleomycin
    • Daunorubicin
    • Mitomycin
  • Enzyme: Enzyme sind Eiweiße, die chemische Reaktionen beschleunigen. Bei der Behandlung bestimmter lymphatischer Leukämien kann das Enzym Asparaginase wirksam sein. Es senkt die Konzentration von Asparagin im Blut, sodass diese Aminosäure bestimmten Tumorzellen für deren Vermehrung fehlt.
  • Hormone: Einige Tumorarten werden durch Hormone stimuliert. So fördern beispielsweise männliche Geschlechtshormone (Androgene) das Wachstum von Prostatakarzinomen, weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) das von Brustkrebs. Der Einsatz von Hormonen beziehungsweise ihren Hemmsubstanzen (Gegenspieler-Hormone) kann daher die Entwicklung bestimmter Krebsarten verhindern oder eindämmen. Beispiele für Hormonbehandlungen sind die Anwendung von Antiöstrogenen (z.B. Tamoxifen) bei Brustkrebs und Antiandrogenen (wie Flutamid) bei Prostatakrebs.