Brustkrebs-Früherkennung: Häufigkeit und Risikofaktoren

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. September 2015)

In Deutschland ist Brustkrebs (Mammakarzinom) die häufigste Krebsart bei Frauen – Experten gehen für das Jahr 2015 von gut 75.000 Frauen in Deutschland aus, die neu an einem Mammakarzinom erkranken. Damit ist Brustkrebs für mehr als ein Viertel aller Krebserkrankungen bei Frauen verantwortlich.

Zwar sind die meisten betroffenen Frauen über 60 Jahre alt, jedoch erkranken auch jüngere Frauen vergleichsweise häufig an Brustkrebs: Jede vierte Betroffene ist jünger als 55 Jahre, jede zehnte ist jünger als 45 Jahre. Auch wenn die Zahl der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, gestiegen ist, sterben heutzutage weniger Frauen an dieser Krankheit als zum Beispiel vor 20 Jahren – dank verbesserter Diagnose- und Therapieverfahren.

Unser Brustkrebs-Video veranschaulicht Ihnen, wie die Erkrankung entsteht.

Die Brustkrebs-Früherkennung spielt eine wichtige Rolle bei der sogenannten Brustkrebsvorsorge von Frauen. Bei der Entstehung von Brustkrebs spielen verschiedene Risikofaktoren eine Rolle. Neben dem Alter gibt es weitere Risikofaktoren für Brustkrebs, zum Beispiel:

  • erste Regelblutung setzt früh ein (vor dem 12. Lebensjahr); letzte Regelblutung findet spät statt (nach dem 50. Lebensjahr)
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • späte oder keine Schwangerschaften
  • Hormontherapie, insbesondere die Östrogenbehandlung zur Linderung von Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren
  • gutartige Veränderung des Brustdrüsengewebes (proliferative Mastopathie)
  • Aktiv- und Passivrauchen
  • übermäßiger Alkoholkonsum

Auch eine erbliche Veranlagung kann bei Brustkrebs als Ursache eine Rolle spielen. Wenn eins der folgenden Kriterien zutrifft, weist dies auf ein solches familiäres Risiko hin:

  • mindestens drei weibliche Familienmitglieder mit Brustkrebs
  • mindestens zwei Frauen in der Familie mit Brustkrebs, davon eine jünger als 51 Jahre
  • mindestens eine Verwandte mit Brustkrebs und eine andere mit Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • mindestens zwei Verwandte mit Eierstockkrebs
  • mindestens eine Frau in der Familie mit Brustkrebs und Eierstockkrebs
  • mindestens eine Verwandte mit Brustkrebs vor dem 36. Lebensjahr
  • mindestens eine Verwandte ersten Grads mit beidseitigem Brustkrebs vor dem 50. Lebensjahr
  • mindestens ein männlicher Verwandter mit Brustkrebs und eine Verwandte mit Brust- oder Eierstockkrebs

In solchen Fällen ist es besonders wichtig, sich beraten zu lassen und zu erfahren, welche Art der Brustkrebs-Früherkennung empfehlenswert ist. Eventuell ist auch ein Gentest sinnvoll, um das persönliche Krebsrisiko abzuschätzen. Veränderungen der Gene BRCA1 und 2 gehen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs und Eierstockkrebs einher.