Bronchoskopie (Lungenspiegelung): Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Juli 2013)

Die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) setzen Ärzte aus zwei Gründen ein:

  1. Diagnose von Erkrankungen der Lunge und der Bronchien
  2. Behandlung der Atmungsorgane

Verdacht auf Lungenerkrankungen

Zeigen Betroffene atemwegstypische Beschwerden, zum Beispiel chronischen Husten oder blutigen Auswurf, kann der Arzt mithilfe der Bronchoskopie die Gründe für diese Symptome klären. Zu den möglichen Ursachen gehören beispielsweise:

  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Eiter im Lungengewebe (sog. Lungenabszess), etwa ausgelöst durch einen Lungeninfarkt oder eine Lungenentzündung
  • Bakterien und Pilze, die in die Atemwege eingedrungen sind
  • Lungentumor (gutartiger oder bösartiger wie der Lungenkrebs)

Bei Lungenkrebs zählt die Bronchoskopie in Verbindung mit der Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden – neben dem Röntgen und der Computertomographie (CT). Bei der Biopsie führt der Arzt über das Bronchoskop eine kleine Zange ein. Mithilfe dieser Zange kann er innerhalb der Atemwege und in den umliegenden Regionen der Lunge Lungengewebe für weitere Untersuchungen entnehmen.

Ist der Tumorherd mit dem Bronchoskop nicht erreichbar, hat der Arzt zwei Möglichkeiten: Erstens kann er mithilfe einer kleinen Bürste unter Röntgenkontrolle einen Abstrich machen – oder zweitens eine sogenannte bronchoalveoläre Lavage (BAL) durchführen. Bei der BAL spült der Arzt über einen speziellen Schlauch (Spülkateter) eine Kochsalzlösung durch die Bronchien und saugt sie wieder ab. Die Lösung wird anschließend auf Tumorzellen untersucht.

Außerdem können Mediziner eine Bronchoskopie anwenden, um eine Gewebeprobe von vergrößerten Lymphknoten zu nehmen (sog. Lymphknotenbiopsie), die im mittleren Gebiet des Brustraums (sog. Mediastinum) liegen. Auch Vernarbungen in der Lunge werden bei einer Bronchoskopie sichtbar.

Bronchoskopie als Behandlungsmethode

Ärzte setzen die Bronchoskopie als Behandlungsmethode ein, unter anderem um

  • Sekret abzusaugen, wie etwa bei Asthma bronchiale
  • Fremdkörper aus den Atemwegen zu entfernen
  • Blutungen zu stillen

Außerdem hilft die Bronchoskopie bei der lokalen Strahlentherapie. Der Arzt kann so spezielle Drahtröhrchen (Stents) an Stellen in der Luftröhre einbringen, die zum Beispiel durch einen Lungentumor verengt sind.