Brillen: Korrekturbrillen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. November 2012)

Brillen bezeichnet man als Korrekturbrillen, wenn sie als optische Hilfsmittel zum Ausgleich bestimmter Formen von Fehlsichtigkeit dienen. Wie die Brillengläser einer Korrekturbrille beschaffen sind, hängt davon ab, welche Art Brechkraftfehler der Augen die Brille korrigieren soll. Dabei bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Um eine Kurzsichtigkeit (Myopie) auszugleichen, sind Konkavgläser (Streulinsen) mit einer negativen Dioptrienzahl für die Brille nötig (z.B. -1,5 Dioptrien).
  • Um eine Weitsichtigkeit oder Alterssichtigkeit auszugleichen, sind dagegen Konvexgläser (Sammellinsen) mit einer positiven Dioptrienzahl nötig (z.B. +1,5 Dioptrien).
  • Wenn die Korrekturbrille zusätzlich oder ausschließlich eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ausgleichen soll, kommen zylindrische Gläser zum Einsatz.
  • Wenn die Beweglichkeit der Augenmuskeln gestört ist (Motilitätsstörungen, z.B. Schielen), kommen Prismengläser zum Einsatz.
  • Sogenannte Starbrillen dienen als Sehhilfe, wenn dem Auge die Linse fehlt (Aphakie).
  • Lochbrillen stellen das Auge ruhig, wenn dies etwa bei einer Netzhautablösung nötig ist.

Als Material für die Brillengläser von Korrekturbrillen ist Flint- oder Kronglas geeignet. Alternativ dazu steht für Brillen ein leichterer Kunststoff zur Verfügung, der allerdings in der Regel teurer ist.

Korrekturbrillen können auch so gestaltet sein, dass sie mehr als eine Form von Fehlsichtigkeit ausgleichen: Dazu sind Brillengläser nötig, die gleichzeitig mehrere Stärken aufweisen. Eine solche sogenannte Mehrstärkenbrille kommt alternativ zu zwei getrennten Brillen für Nähe und Ferne in Betracht, wenn jemand kurzsichtig und/oder stabsichtig ist und zusätzlich eine Alterssichtigkeit entwickelt. Eine Brille in mehreren Stärken kann wie folgt ausgestattet sein:

  • Bifokalbrille: Bifokalgläser mit zwei verschiedenen Stärken, oben für die Ferne, unten für die Nähe
  • Trifokalbrille: Trifokalgläser, die zusätzlich in der Mitte eine Stärke für mittlere Entfernungen aufweisen
  • Gleitsichtbrille: Gleitsichtgläser mit verschiedenen Stärken für Ferne und Nähe, die dabei stufenlos, also ohne sichtbare Kante ineinander übergehen

Brillen zur Korrektur eines Sehfehlers bekommt man nach einer augenärztlichen Untersuchung oder einem Sehtest bei einem Optiker. Ein kassenärztlicher Leistungsanspruch für Sehhilfen besteht derzeit nur für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sowie für stark sehbeeinträchtige Erwachsene mit einer Rest-Sehleistung von unter 30 Prozent. Die Feststellung der Sehschärfe und die Verordnung von notwendigen Korrekturbrillen sind jedoch immer noch Teil der kassenärztlichen Behandlung.