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Bluttransfusion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Juni 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei einer Bluttransfusion erhält der Empfänger durch eine Infusion in die Vene (intravenös) – über eine Hohlnadel (Kanüle) oder einen Venenkatheter – bestimmte Blutbestandteile eines Spenders. Eine solche Blutübertragung kann zum Beispiel dazu dienen, einen Blutverlust oder eine gestörte Blutbildung zu behandeln.

Schon früh schrieben die Menschen dem Blut heilende Eigenschaften zu und setzten es auch zu therapeutischen Zwecken ein. Dabei verabreichte man allerdings Bluttränke; später kam die Übertragung von tierischem Blut hinzu. Es dauerte lange, bis die erste Bluttransfusion von Mensch zu Mensch so erfolgte, wie wir sie heute kennen. Im frühen 19. Jahrhundert fand die erste erfolgreiche Übertragung von menschlichem Blut in den Blutkreislauf statt: Damals gelang es einem englischen Geburtshelfer, mit Blutübertragungen Frauen zu retten, die bei der Geburt ihrer Kinder viel Blut verloren hatten.

Bei der ersten Bluttransfusion handelte es sich um eine sogenannte Vollblutspende: Das Blut gelangte unverändert vom Spender zum Empfänger. Heute ist es jedoch üblich, nur bestimmte  Blutbestandteile zu übertragen, zum Beispiel:

Um eine Blutkonserve herzustellen, ist es notwendig, die Bestandteile aus dem Spenderblut zu isolieren und zu konservieren. Die meisten Blutkonserven sind Konzentrate roter Blutkörperchen (sog. Erythrozytenkonzentrate). Die Vorteile: Bei einer Bluttransfusion erhält der Betroffene genau die Blutbestandteile, die er wirklich braucht. Zudem lassen sich die einzelnen Blutbestandteile einfacher lagern als Vollblut. 

Dank der Richtlinien zur Herstellung und Verabreichung fremder Blutprodukte birgt eine Bluttransfusion kaum noch Risiken in sich. Voraussetzung für eine Blutübertragung ist jedoch, dass die Spender- und Empfängerblutgruppen zusammenpassen (bzw. kompatibel sind): Nur dann verträgt der Empfänger das Blut des Spenders. Daher ist vor der Übertragung von Blutkonserven eine Blutgruppenbestimmung notwendig.

Eine Blut- und Blutplättchen-Transfusion kommt zum Beispiel zur Behandlung von Krebs zum Einsatz. Wir zeigen Ihnen, wie die Behandlung genau aussieht!

Grundsätzlich ist es vorgeschrieben, dass der Empfänger einer Bluttransfusion schriftlich zustimmen muss, bevor man ihm Blut übertragen darf. Nur in dringenden Notfällen ist eine Blutübertragung auch ohne diese Einwilligung zulässig.

Laut Transfusionsgesetz (TFG) ist vorgeschrieben, dass alle Daten zu Konserve, Arzt und Empfänger sowie eventuelle Zwischenfälle bei der Entnahme aufzuzeichnen sind, um den Weg einer Blutkonserve vom Spender bis zum Empfänger nachverfolgen zu können.


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