Bluttransfusion: Risiken

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Juni 2015)

Eine Bluttransfusion birgt gewisse Risiken in sich und kann verschiedene Komplikationen verursachen (sog. Transfusionszwischenfälle). Dank der Richtlinien zur Herstellung und Verabreichung von fremden Blutprodukten sind Bluttransfusionen jedoch heutzutage sehr sicher. Hinzu kommen strenge gesetzliche Anforderungen, die das Risiko einer Blutübertragung gering halten.

Zu den mit einer Bluttransfusion verbundenen Risiken gehört die sogenannte Unverträglichkeitsreaktion: Dies ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf Bestandteile von Blutkonserven, besonders auf verbliebene weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Stimmen die Blutgruppen von Spender und Empfänger überein, entwickeln sich in der Regel nur leichte Reaktionen auf die Bluttransfusion. Mögliche Nebenwirkungen der Blutübertragung sind zum Beispiel:

Immunologische Komplikationen

Die von einer Bluttransfusion ausgehenden Risiken können verschiedene Ursachen haben. Eine hängt mit dem Immunsystem des Blutempfänger zusammen: Eine Bluttransfusion kann sogenannte immunologische Komplikationen auslösen. Dies bedeutet: Das Immunsystem reagiert auf Fremdstoffe im Spenderblut. Unterschiedliche Blutgruppen zwischen Spender und Empfänger verursachen schwere Unverträglichkeitsreaktionen (wie anaphylaktischer Schock, Herz- und Kreislaufstörungen, in seltenen Fällen akutes Nierenversagen), die meist lebensbedrohlich sind und eine sofortige Behandlung erfordern.

Nicht-immunologische Komplikationen

Für die Risiken einer Bluttransfusion sind jedoch nicht nur Abwehrreaktionen des Immunsystems verantwortlich – die Blutübertragung kann auch nicht-immunologische Komplikationen auslösen. Ursachen hierfür liegen dann zum Beispiel im Spenderblut selbst oder sind bei der eigentlichen Transfusion entstanden:

  • Das Spenderblut kann Krankheitserreger (Bakterien, Viren) enthalten, die bei der Bluttransfusion in den Blutkreislauf des Empfängers gelangen. So ist zum Beispiel die Übertragung bakterieller und viraler Infektionen wie Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV möglich. Das Risiko, sich durch eine Bluttransfusion mit einer Erkrankung zu infizieren, ist hierzulande jedoch äußerst gering:
    • Das Risiko für eine HIV-Infektion liegt bei unter 1:16.000.000
    • Das Risiko für eine Infektion mit Hepatitis B beträgt unter 1:1.000.000
    • Das Risiko für eine Infektion mit Hepatitis C ist geringer als 1:16.000.000
    (In Ländern mit einer schlechten medizinischen Versorgung kann es allerdings geschehen, dass bei einer Bluttransfusion Blutprodukte zum Einsatz kommen, die nicht auf HI- und Hepatitis-Viren getestet sind. Demnach ist dort bei einer Blutübertragung mit höheren Infektionsrisiken zu rechnen.)
  • Durch zu schnelle Übertragung einer zu großen Blutmenge kann eine Herzinsuffizienz oder ein Lungenödem entstehen.
  • Gelangt bei der Bluttransfusion Gas ins Blutgefäß, kann es zu einer Luftembolie kommen.
  • Eine erhöhte Zufuhr roter Blutkörperchen (Erythrozyten) kann über einen längeren Zeitraum zu einer vermehrten Ablagerung von Eisen (sog. Hämosiderose) im Organismus führen.