Blutspende: Thrombozytenspende

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Juni 2015)

Eine Thrombozytenspende (Spende der Blutplättchen) kann für Menschen, die an Krebs (z.B. Leukämie) erkrankt sind, lebenswichtig sein. Denn sie können nach Chemotherapien oder Knochenmarktransplantationen häufig selbst nicht mehr ausreichend Blutplättchen (Thrombozyten) herstellen. Blutplättchen sind ein wichtiger Bestandteil der Blutgerinnung – ohne Blutplättchen könnten Verletzungen nicht heilen. Deshalb benötigen auch Unfallopfer, die große Mengen an Blut verloren haben, häufig eine Thrombozytenspende.

Die Thrombozytenspende läuft ab wie eine Vollblutspende, nach der Blutentnahme trennt das Labor das entnommene Blut jedoch in seine einzelnen Bestandteile. Anschließend werden nur die Thrombozyten verwendet. Die Voraussetzungen für eine Thrombozytenspende sind dieselben wie für eine Plasmaspende. Die Konzentration der Thrombozyten muss aber mindestens 250.000 Blutplättchen pro Mikroliter Blut betragen (Normalwerte sind 150.000 bis 350.000 pro µl Blut).

Nach der Entnahme von Vollblut (max. 650 ml) werden die Blutplättchen von den restlichen Bestandteilen des Blutes getrennt (sog. Thrombozytapherese). Dabei fließt das Vollblut durch einen speziellen Filter, übrig bleibt der sogenannte "Buffy Coat" aus weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Dieser macht nur ein Prozent der gesamten Blutprobe aus. Zuletzt werden noch die weißen Blutkörperchen von den benötigten Thrombozyten getrennt. Das Restblut wird dem Blutspender anschließend wieder zurückgeführt.

Insgesamt dauert die Thrombozytenspende zwischen 45 und 70 Minuten. Die entnommenen Thrombozyten sind nur circa vier Tage lang haltbar. Häufig erstellen Krankenhäuser deshalb für bedürftige Patienten schon im Voraus geeignete Spenderlisten, die es auch kurzfristig ermöglichen, einen passenden Blutspender zu ermitteln. Menschen, die regelmäßig Thrombozyten spenden möchten, sollten also relativ flexibel sein.