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Blutsenkung

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (25. Juli 2013)

Allgemeines

Blut besteht aus zwei Anteilen: Dem flüssigen Blutplasma und dem festen Anteil, den Blutzellen. Normalerweise sind die festen Blutbestandteile im Blutplasma gelöst. Durch die Blutzirkulation vermischen sie sich mit dem Plasma. Außerhalb des Körpers, zum Beispiel im Reagenzglas oder in Spritzen, setzen sich die festen Bestandteile des Bluts gegenüber der flüssigen Phase ab. Diesen Vorgang bezeichnen Ärzte als Blutsenkung.

Damit sich nach einer Blutentnahme die festen Blutbestandteile nicht sofort vom Plasma absetzen, sind chemische Zusätze notwendig, die eine Blutgerinnung entsprechend unterdrücken. Diese Substanzen heißen Antikoagulanzien oder Gerinnungshemmer. Im Körper selbst sorgen körpereigene Gerinnungshemmer wie Antithrombin III und Heparin dafür, dass das Blut nicht gerinnt.

Wie schnell sich die festen und flüssigen Blutbestandteile voneinander trennen, gibt die sogenannte Blutsenkungsgeschwindigkeit an. Bei einer Blutuntersuchung spielt dieser Blutwert eine wichtige Rolle, denn bestimmte Erkrankungen können die Blutsenkungsgeschwindigkeit beschleunigen oder verlangsamen.

Die Ursache für eine beschleunigte Blutsenkung hängt mit der Produktion bestimmter Eiweiße zusammen. Diese Eiweiße bewirken, dass sich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) verstärkt zusammenballen und so die Blutsenkung schneller abläuft. Dieses Zusammenballen der roten Blutkörperchen bezeichnet man als Agglomeration – die beteiligten Eiweiße heißen entsprechend Agglomerine.

Neben solchen beschleunigenden Faktoren gibt es auch Faktoren, die die Blutsenkung verlangsamen. Hierzu gehören vor allem entzündungshemmende Medikamente wie Indometacin oder Kortikoide.

Häufig wird die Blutsenkung auch Blutsenkungsreaktion oder Blutkörperchensenkung genannt. In der Laborsprache kommen auch die Abkürzungen BSG und BKS vor.

Die Bestimmung der Blutsenkungsgeschwindigkeit ist weit verbreitet, obwohl das Ergebnis dieser Blutuntersuchung allein häufig nicht aussagekräftig genug ist, um eine bestimmte Erkrankung nachzuweisen. So findet sich beispielsweise bei allen entzündlichen Prozessen sowie bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen eine beschleunigte Blutsenkung. Ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung der Blutsenkung stellt die Methode nach Westergren dar. Hier wird die Blutkörperchensenkung in Millimeter pro Zeiteinheit registriert.

Normalwerte

Normalwerte nach der 1. Stunde

MännerFrauen
3-15 mm6-20 mm

Es ist ebenfalls üblich, den Wert der Blutsenkung nach zwei Stunden zu bestimmen. Dieser Zwei-Stunden-Wert bringt aber keinen wesentlichen Informationsgewinn.

Bei Personen ab einem Alter von 50 Jahren steigt der obere 1-Stunden-Referenzwert beim Mann auf 20 Millimeter und bei der Frau auf 30 Millimeter.






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