Blutgerinnung: Partielle Thromboplastinzeit (PTT)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Juli 2013)

Mithilfe der partiellen Thromboplastinzeit (PTT) beziehungsweise der aktivierten PTT (aPTT) kann der Arzt die Funktion des inneren Systems (Intrinsic-System) der Blutgerinnung überprüfen und zum Beispiel den Verlauf einer blutverdünnenden Behandlung mit Heparin kontrollieren. Außerdem dient sie dazu, zu prüfen, ob eine Bluterkrankheit (Hämophilie) erfolgreich behandelt wird.

Technisch gesehen beschreibt die aktivierte PTT die Zeit, die bis zur Gerinnung des Bluts verstreicht, wenn einer Blutprobe Calcium und weitere spezielle Substanzen beigemischt werden (Oberflächenaktivator, Thromboplastin). Als Referenzwert für die aPTT gelten 26 bis 36 Sekunden – der Wert kann von Labor zu Labor etwas variieren. Die Bestimmung der PTT zählt zu den Standarduntersuchungen, wenn eine Blutungsneigung besteht. Ihr Wert gibt Auskunft über die Aktivität einer ganzen Reihe von Gerinnungsfaktoren:

  • Fibrinogen (Faktor I der Blutgerinnung)
  • HMW-Kininogen "high molecular weight kininogen"
  • Faktoren II, V, VIII, IX, X, XI und XII

Liegt einer dieser Faktoren in zu geringer Menge vor, verlängert sich die PTT. So liegt etwa bei Hämophilie A ein Mangel an Faktor VIII, bei Hämophilie B ein Mangel an Faktor IX vor. Verminderungen der Faktoren VII und XIII der Blutgerinnung kann die PTT hingegen nicht nachweisen.

Zudem kann die partielle Thromboplastinzeit in folgenden Situationen verlängert sein:

  • Therapie mit Standard-Heparin (unfraktioniertes Heparin, UFH)
  • Therapie mit den Wirkstoffen Hirudin oder Argatroban (sog. direkte Thrombinhemmer)
  • bestimmte Lebererkrankungen (sog. Lebersynthesestörungen)
  • Vitamin-K-Mangel
  • bei speziellen Gerinnungsstörungen (Verbrauchskoagulopathie)
  • Vorhandensein von Antiphospholipid-Antikörpern