Blutgerinnung: Gerinnungsuntersuchungen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Juli 2013)

Gerinnungsuntersuchungen dienen dazu, eine Blutgerinnungsstörung festzustellen. Diese Störung äußert sich meist in einer verstärkten Blutgerinnung. Das kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • mangelnde Flüssigkeitszufuhr,
  • Medikamenteneinnahme (wie die Antibabypille),
  • genetische Veranlagung,
  • Krankheiten oder
  • Operationen.

Durch die verstärkte Blutgerinnung können Thrombosen auftreten.

Aber auch das Gegenteil einer verstärkten Blutgerinnung ist möglich – die vermehrte Blutungsneigung. Bei den Betroffenen mit solch einer Blutgerinnungsstörung bluten dann beispielsweise Wunden lange nach, weil sich das verletzte Blutgefäß nicht zügig verschließt. Ursachen dafür können zum Beispiel ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) oder ein genetisch bedingter Gerinnungsfaktormangel (Hämophilie, Bluterkrankheit) sein.

Acetylsalicylsäure ist ein häufig eingenommenes Schmerzmittel, das auch blutverdünnend wirkt. Menschen, bei denen eine erhöhte Blutungsneigung bekannt ist, dürfen das Medikament daher nicht einnehmen!

Um eine Blutgerinnungsstörung zu identifizieren, bestimmt der Arzt die sogenannten Gerinnungsparameter. Diese Blutuntersuchung dient aber auch der Kontrolle bei einer bekannten Blutgerinnungsstörung: Bei Menschen, deren Blut leicht gerinnt und bei denen deshalb leicht Blutgerinnsel entstehen, kann es zu Thrombosen oder Embolien kommen. Um diesen (mitunter lebensbedrohlichen) Komplikationen vorzubeugen, erhalten die Betroffenen Medikamente, sogenannte Antikoagulanzien. Damit der Arzt den Verlauf und die Wirksamkeit der Therapie bei dieser Blutgerinnungsstörung kontrollieren kann, nimmt er diesen Patienten regelmäßig Blut ab und lässt die Gerinnungswerte bestimmen.

Die Normbereiche der Gerinnungswerte schwanken in gewissen Grenzen je nach Labor und Literaturangaben. Die folgenden Werte sind deshalb nur als Richtwert zu verstehen.

GerinnungsparameterReferenzbereich
Blutungszeit 2 - 7 min
Quick-Test, Thromboplastinzeit (TPZ) 70 - 120%
INR um 1,0
Partielle Thromboplastinzeit (PTT) 26 - 36 sek
Plasmathrombinzeit 14 - 20 sek