Blutgerinnung: Extrinsic-System

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Juli 2013)

Die durch äußere Faktoren ausgelöste Blutgerinnung (Extrinsic-System) setzt bei äußerlichen Verletzungen ein, zum Beispiel wenn die Haut verletzt ist. Die geschädigten Zellen setzen Gewebethromboplastin (Gerinnungsfaktor III) frei, das innerhalb von Sekunden die Kettenreaktion zur Blutgerinnung aktiviert:

Das freigesetzte Gewebethromboplastin aktiviert den Gerinnungsfaktor VII und wandelt ihn in den Gerinnungsfaktor VIIa um. Dieser verbindet sich seinerseits unter Mitwirkung von Calcium mit speziellen Zellen (Phospholipidzellen) des verletzten Gewebes. Der so entstandene Komplex aktiviert anschließend den Gerinnungsfaktor X, der sich daraufhin in den aktiven Gerinnungsfaktor Xa umwandelt.

Ab diesem Prozess sind die weiteren Abläufe der durch äußere Faktoren (extrinsic) und der durch innere Faktoren (intrinsic) ausgelösten Blutgerinnung gleich:

Der aktivierte Gerinnungsfaktor Xa bildet mit anderen Bestandteilen des Blutgerinnungssystems einen chemischen Komplex, den sogenannten Prothrombinaktivator, der den Gerinnungsfaktor Prothrombin in Thrombin umwandelt. Thrombin aktiviert über verschiedene Schritte die Bildung eines festen Fasergeflechts aus Fibrin, in dem sich die festen Bestandteile des Bluts verfangen. Der Fibrinpfropfen zieht sich nach abgeschlossener Gerinnung fest zusammen und verschließt dadurch wirkungsvoll die Gefäßverletzung. Es handelt sich also um eine Kettenreaktion der äußeren und inneren Gerinnungsfaktoren, die letztendlich dafür notwendig ist, damit das Blut gerinnt. Mediziner sprechen auch von der sogenannten "Gerinnungskaskade". Das innere und äußere System funktionieren unabhängig voneinander.