Blutentnahme

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Juli 2013)

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Die Blutentnahme ist ein Diagnoseverfahren, bei dem der Arzt dem Untersuchten eine bestimmte Menge Blut abnimmt und im Labor untersuchen lässt. Mithilfe der Blutentnahme kann er so die Zusammensetzung des Blutes überprüfen sowie mögliche Erkrankungen oder Mangelzustände feststellen.

Das Blut setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen, die sich in einen festen und einen flüssigen Anteil unterteilen lassen. Den festen Part bilden die Blutzellen, wie zum Beispiel die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Der flüssige Anteil heißt Blutplasma, wozu auch die Gerinnungsfaktoren gehören.

Im Labor lassen sich nach einer Blutentnahme drei unterschiedliche "Arten" von Blut untersuchen:

  • Vollblut

    Besteht die Blutprobe einer Blutentnahme aus Vollblut, enthält sie sämtliche Blutbestandteile. Zur Untersuchung der Blutzellen im Vollblut sind die Blutentnahme-Röhrchen mit einem Zusatz versehen, der die Blutgerinnung des frisch entnommen Bluts schon während der Blutentnahme unterbindet.

  • Blutplasma

    Beim Blutplasma handelt es sich nicht mehr um Vollblut, denn ein wesentlicher Blutbestandteil, die Blutzellen, ist nicht mehr enthalten – das Blutplasma ist also der flüssige Anteil des Bluts. Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser und enthält alle wichtigen Substanzen, die im Blut transportiert werden, zum Beispiel Hormone oder Glukose.

  • Blutserum

    Entfernt man aus einer Vollblut-Probe nach der Blutentnahme nicht nur die Blutzellen, sondern auch die an der Blutgerinnung beteiligten Proteine (Eiweiße), die sogenannten Gerinnungsfaktoren, bleibt Blutserum zurück. Da das Serum nicht mehr gerinnen kann, ist es für viele Untersuchungen am besten geeignet, zum Beispiel zur Blutzuckermessung und zur Bestimmung oder Messung spezieller Eiweiße, Hormone und Mineralstoffe.

    Zur Herstellung des Blutserums lässt man das Blut nach der Blutentnahme zunächst gerinnen. Das Serum setzt sich dann als wässrige Phase über den festen Blutbestandteilen ab. Anschließend trennt man mithilfe einer Zentrifuge die feste von der flüssigen Phase. Für ein bis zwei Milliliter Serum sind ca. zehn Milliliter Vollblut notwendig.

Was passiert bei der Blutentnahme?

Bei der Blutentnahme entnimmt der Arzt dem Untersuchten die benötigte Menge Blut, etwa 30 Milliliter. Er verwendet dabei Röhrchen, die speziell für die Blutentnahme und die anschließende Blutuntersuchung vorgesehen sind. Der Blutverlust durch die Blutentnahme ist nicht gefährlich. Manchmal ist der Einstich etwas schmerzhaft.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Blutentnahme:

  • kapilläre Blutentnahme:

    Kapillaren sind winzige Blutgefäße, die überall im Gewebe liegen. Durch einen kleinen "Piekser" in den Finger oder das Ohrläppchen kann man das Kapillarblut mit Hilfe eines kleinen Röhrchens entnehmen. Bei Säuglingen lässt sich Kapillarblut oft auch an der Ferse entnehmen. Die kapilläre Blutentnahme aus ist die beste Möglichkeit, wenn man nur kleine Blutmengen benötigt, z.B. bei der regelmäßigen Blutzuckerbestimmung von Diabetikern.

  • venöse Blutentnahme:

    Venen sind die zum Herzen hinführenden Gefäße, also diejenigen, die sauerstoffarmes Blut enthalten. Werden größere Mengen Blut benötigt, so führt der Arzt eine venöse Blutentnahme zumeist an einer Vene in der Armbeuge des Patienten durch. Die venöse Blutentnahme wird zum Beispiel bei der Blutspende eingesetzt.

  • arterielle Blutentnahme:

    Arterien sind die vom Herzen wegführenden Gefäße – also diejenigen, die sauerstoffreiches Blut enthalten. Arterielles Blut entnimmt man nur in Ausnahmefällen, z.B. um den Sauerstoffgehalt im Blut zu bestimmen, welcher sich nicht anhand des Venenbluts feststellen lässt. Die arterielle Blutentnahme erfolgt hierbei aus Arterien der Leiste oder des Handgelenks.

  • EDTA-Blut

    EDTA-Blut ist mit Ethylene Diamine Tetraacetic Acid (Ethylendiamintetraessigsäure) versetzt. Dieser Zusatz verhindert, dass das Blut gerinnt. Das geschieht folgendermaßen: EDTA bindet das Calcium im Blut. Ungebundendes Calcium spielt allerdings eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung – fehlt es, kann das Blut nicht gerinnen.

Bei einer Blutspende werden bis zu 500 Milliliter Vollblut aus der Vene entnommen. Neben der Vollblut-Spende kann man jedoch auch Blutbestandteile spenden, etwa rote Blutkörperchen, Blutplasma oder Blutplättchen (Thrombozyten).