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Blutdruck messen – warum? Und wie funktioniert's?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Juni 2015)

Den Blutdruck zu messen ist einfach und schmerzfrei – und darum in der Medizin eine wichtige Untersuchungsmethode: Die Blutdruckmessung liefert schnell Hinweise darüber, wie Herz und Kreislauf funktionieren.

Der Blutdruck ist der vom Herzen ausgehende, in den Arterien erzeugte Druck. Dieser Druck ist kein gleichbleibender Wert, sondern verändert sich ständig – unter anderem beeinflusst die jeweilige Aktion des Herzens den Blutdruck. Beim Messen des Blutdrucks ermittelt man zwei Werte (Maßeinheit: Millimeter Quecksilbersäule bzw. mmHg):

  • den höheren Druck, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht (= systolischer Blutdruck) und
  • den niedrigeren Druck, der herrscht, wenn das Herz wieder erschlafft (= diastolischer Blutdruck).

Aus medizinischer Sicht ist die Blutdruckmessung vor allem wichtig, um herauszufinden, ob die Blutdruckwerte zu hoch sind: Wenn ein solcher Bluthochdruck (Hypertonie) länger besteht, können Herz, Blutgefäße, GehirnAugen und Nieren zu Schaden kommen – wodurch im Extremfall Komplikationen wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall möglich sind. Darum ist es ratsam, Bluthochdruck rechtzeitig zu behandeln. Bei Erwachsenen gilt der Blutdruck als erhöht, wenn beim Messen folgende Werte herauskommen:

  • ein diastolischer Blutdruck von über 90 mmHg sowie
  • ein systolischer Blutdruck von über 140 mmHg,
  • also ein Blutdruck über 140/90 mmHg.

Entsprechend empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Hypertonie für gesunde Erwachsene einen Zielblutdruck von unter 140/90 mmHg. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, chronischen Nierenerkrankungen oder einem Schlaganfall sollte der Zielblutdruck möglichst einen Wert von 130/85 mmHg nicht überschreiten. Weil Bluthochdruck oft lange unbemerkt bleibt, empfiehlt es sich, den Blutdruck regelmäßig messen zu lassen. 

Zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) an sich hat keine schwerwiegenden gesundheitlichen Auswirkungen, kann aber beispielsweise müde machen und Schwindel verursachen. Die Grenzwerte für niedrigen Blutdruck sind für Männer und Frauen unterschiedlich: Bei Frauen sprechen Werte unter 100 mmHg (systolisch) und 60 mmHg (diastolisch) für eine Hypotonie. Bei Männern hingegen diagnostizieren Ärzte bereits einen zu niedrigen Blutdruck, wenn sie Werte unter 110 mmHg messen.

Der Blutdruck lässt sich durch Einzelmessungen bestimmen; bei manchen Erkrankungen kann es aber auch sinnvoll sein, den Blutdruck über einen längeren Zeitraum zu messen (z.B. bei nächtlichem Bluthochdruck oder starken Tagesschwankungen). Dann erfolgt eine 24-Stunden-Blutdruckmessung, bei der man das Blutdruckmessgerät einen Tag lang bei sich trägt.


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